„Liverpool Hope University“ würdigt ökumenischen Einsatz von Chiara Lubich

Ehrendoktorwürde in Theologie für Gründerin der Fokolar-Bewegung

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LIVERPOOL/ROM, 8. Januar 2008 (ZENIT.org).- Die britische Liverpool Hope University verlieh am Samstag Chiara Lubich, der Gründerin der Fokolar-Bewegung, die Ehrendoktorwürde in Theologie.



Professor Gerald John Pillay, Rektor der 2005 gegründeten Ökumenischen Universität, nannte vor 1.400 Mitgliedern der Bewegung in seiner Laudatio drei entscheidende Gründe für die Auszeichnung: der über die Jahre intensive und ausdauernde Beitrag von Chiara Lubich zum Leben der Kirche, ihre unermüdliche Arbeit für den Frieden in der Gesellschaft sowie ihre erfolgreichen Bemühungen im ökumenischen und im interreligiösen Dialog.

Die „Liverpool Hope University“ wurde am 23. Januar 2005 in England gegründet. Ihren ökumenischen Charakter erhält sie aufgrund der Tatsache, dass sie aus drei verschiedenen Einrichtungen besteht: Die Hochschulen für die Ausbildung von Lehrerinnen der katholischen Ordensschwestern von „Notre Dame“, die schon 1854 gegründet worden war, und die anglikanische Lehrerausbildungsanstalt „S. Katharine's“ wurden mit einer dritten Einrichtung dieser Art, dem katholischen „Christ's College“, im Jahre 1965 zusammengelegt.

Die Idee zur Universität mit einem breiten Spektrum nicht nur theologischer Fächer (insgesamt gibt es über 450 Kurse) geht auf den katholischen Bischof Derek Worlock und den anglikanischen Bischof David Sheppard zurück. Sie fühlten sich ganz dem Motto „Besser gemeinsam“ verpflichtet. Im Jahr 2004 wurde der Einrichtung von der britischen Regierung der amtliche Status einer staatlich anerkannten Universität zuerkannt.

Die rund 8.000 Studierenden aus 65 Ländern werden im Rahmen der „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ die Verleihung der Ehrendoktorwürde an Chiara Lubich miterleben können. Der Festakt findet am Jahrestag der Universitätsgründung statt.

Das ökumenische Profil der „Hope University“ zeigt sich darin, das Rektorat und Lehrkörper die Studenten zum „Dialog des Lebens“ heranführen. Dieses Prinzip wird auch von der Fokolar-Bewegung gefördert.

Chiara Lubich nahm die Auszeichnung in ihrem italienischen Haus in Rocca di Papa bei Rom entgegen. In ihrer Dankesadresse verknüpfte sie den Namen „Hope – Hoffnung“ der Universität mit den Zielen der 1943 von ihr angestoßenen Fokolar-Bewegung.

Eine zukünftige enge Zusammenarbeit der Fokolare mit der „Hope University“ hat für Chiara Lubich die Perspektive, „dem gemeinsamen Auftrag zu entsprechen: nämlich an der Verwirklichung des Testamentes Jesu, dass alle eins seien, zu arbeiten“.

Die Einheit, so Lubich, ist das Schlüsselwort, das „unsere Bewegung und Ihre Universität, ab jetzt auch ‚meine‘ Universität, miteinander verbindet“.

Die ersten Kontakte der Fokolar-Bewegung mit der anglikanischen Kirche gab es schon während des II. Vatikanischen Konzils. 1966 begegnete Chiara Lubich dem damaligen Primas der anglikanischen Kirche, Erzbischof Michael Ramsey, der die Verbreitung der Spiritualität der Fokolar-Bewegung innerhalb der anglikanischen Kirche ausdrücklich begrüßte. Auch mit seinen Nachfolgern verband Chiara Lubich herzliche Beziehungen. Zuletzt empfing sie 2004 der jetzige Erzbischof Rowan Williams.

Von Angela Reddemann