Lombardi: Papstrücktritt als völlige Hingabe an den Willen Gottes

Signal an die Welt

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Jan Bentz | 835 klicks

„Die zwei letzten Tage des Pontifikates von Benedikt XVI. werden in die Erinnerung zahlloser Menschen eingeprägt bleiben und kennzeichnen einen wichtigen neuen und unvermittelten Schritt der Kirchengeschichte. Für viele bedeutete es eine Entdeckung der Menschlichkeit und der Spiritualität des Papstes, für andere war es eine Bestätigung seiner Demut und gleichzeitig seines Glaubenslebens.“

So P. Federico Lombardi SJ in einem Leitartikel über den Rücktritt von Benedikt XVI. und die beiden ergreifenden letzten Tage seines Pontifikats. Er hob hervor, dass Papst em. Benedikt ebenso wie sein Vorgänger, der sel. Johannes Paul II., nicht nur durch ihre Lehre, sondern vor allem durch ihr persönliches Zeugnis des Glaubens hervorgetreten seien. Johannes Paul II. habe dadurch, dass er vor den Augen der Welt Leiden und Krankheit in beeindruckender Weise gezeigt habe, der Welt ein großes Signal gegeben [die Leid, Krankheit und Alter verdrängen und sogar ausmerzen will. Anm.des Autors]. Benedikt XVI. demonstriere eindrucksvoll die völlige Hingabe an den Willen Gottes, dem er sich auch in den einschneidensten Situationen seines Lebens unterwerfe. Sein Dienst an der Kirche, wie er ihm jetzt als Papst em. aufgetragen sei, bestehe darin, seine ihm noch verbliebene Kraft vollkommen für das Gebet für die Kirche Christi einzusetzen.

„Wie er es uns selber gesagt hat, ist sein Abdanken keines Falls ein Aufgeben der ihm anvertrauten Mission, weniger noch der Gläubigen. Es ist ein kontinuierliches Anvertrauen der Kirche an Gott, immer in der sicheren Hoffnung, dass er sie weiter leiten wird.“

In diesem Sinne sei der Rücktritt des Papstes auch für alle Gläubigen eine Einladung zum Gebet und zur Verantwortung aller für die Gemeinschaft der Kirche Gottes:

„Vor allem natürlich (eine Einladung) an die Kardinäle, die nun die Aufgabe haben, einen Nachfolger zu wählen, aber auch für die ganze Kirche, die die Entscheidung der Wahl mit ihrem Gebet begleiten muss, ebenso wie den neuen Papst bei seiner Aufgabe, das Evangelium ‚für das Wohl der Kirche und der Menschheit‘ wirksam zu verkünden.“ Kein Papst könne dieses alleine zustande bringen.

Der emeritierte Papst begleite alle bei dieser Aufgabe, wie er versprochen habe, „mit seinem Herzen, seiner Liebe, seinem Gebet und seinen Gedanken“. „Danke, Papst Benedikt“, so Lombardi zum Schluss.