Lourdes: 69. Wunder anerkannt

Der Bischof von Pavia unterzeichnet das Dekret, das die wundersame Heilung einer Italienerin aus Bereguardo bescheinigt

Rom, (ZENIT.org) | 446 klicks

Der Präsident des „Bureau Médical“ von Lourdes, Dr. Alessandro De Franciscis, gab bekannt, dass der Bischof von Pavia, Monsignor Giovanni Giudici, die Heilung von Frau Danila Castelli aus Bereguardo als „wundersam“ anerkannt hat. Es handelt sich um die 69. Heilung, die von einem katholischen Bischof als Wunder und „wissenschaftlich nicht zu begründen“ proklamiert wurde.

Danila Castelli, Jahrgang 1946, litt seit dem 34. Lebensjahr unter massiven Bluthochdruck, ohne dass eine medizinische Ursache gefunden werden konnte. Im Jahr 1982 ergaben Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen das Vorhandensein von Fibromen im Unterleib, worauf ihr auf Anraten ihres Ehemannes, ein Arzt iranischer Herkunft, die Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt wurden. Im November desselben Jahres erfuhr die Frau eine Teilentfernung der Bauchspeicheldrüse. Der Leidensweg der Frau nahm kein Ende. Im November wurde ein Tumor in ihrem Unterleib (Rektum, Blase und Vagina) diagnostiziert. Es folgen neue chirurgische Eingriffe, die dennoch nicht die erhoffte Heilung versprachen.

Mit der Überzeugung, es würde ihre letzte Reise sein, unternahm schließlich die todkranke, verzweifelte Frau im Mai 1989, begleitet von ihrem Mann, eine Pilgerreise nach Lourdes.

Als sie jedoch aus den Quellen des Heiligtums stieg, verspürte sie „ein außergewöhnliches Gefühl des Wohlbefindens.“ Ihr Mann, der die Szene am Ufer beobachtete, begriff sofort, dass es ihr unvermittelt besser ging. Tatsächlich stellten sich danach die heftigen Bluthochdruck-Krisen ein; die Frau konnte die Behandlung abbrechen und erholte sich vollständig.

Die Norditalienerin trug ihren Fall mehrmals dem Büro für medizinische Beobachtungen in Lourdes vor. Nach eingehender Prüfung bestätigte das Büro im September 2010 endgültig einstimmig ihre Genesung (bei einer Enthaltung). „Frau Castelli ist seit ihrer Pilgerreise nach Lourdes im Jahr 1989, also seit 21 Jahren, von den Syndromen, an denen sie litt, vollständig und dauerhaft geheilt. Die Heilung steht nicht im Zusammenhang mit einer medizinischen Behandlung. Seitdem führt die Frau ein ganz normales Leben“, verkündete Dr. De Franciscis.

Das Internationale Medizinische Komitee von Lourdes, das aus rund zwanzig Ärzten besteht, hat auf einer Versammlung am 19. Novembe r2011 inParis bestätigt, dass „die Art und Weise der Heilung nach dem gegenwärtigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis nicht zu erklären ist.“

Im Februar 2012 reichte der damalige Bischof von Tarbes-Lourdes, Monsignor Jacques Perrier, den Bericht an den zuständigen Bischof von Pavia weiter. Danila Castelli lebt im Bistum Pavia. Das kürzlich unterzeichnete Dekret beglaubigt also den „wundersamen“ Charakter der Heilung und gilt als sichtbares „Zeichen“ der Heilung, vergleichbar den Zeichen Jesu Christi im Evangelium, mit denen er Wunder „absegnete“.

„Dieses Dekret gibt die großartige Gelegenheit, die Frische der Lebensfreude gemeinsam mit dem Herrn wieder zu entdecken. Es schlägt erneut einen bekannten Weg vor und kommt — wie immer — im richtigenAugenblick, denn das ‘Timing‘ Gottes ist stets perfekt,“ so Danila Castelli überzeugt in einem Interview mit der Wochenzeitung des Bistums „Il Ticino“.