Lourdes gibt Zeugnis von den „marianischen Durchbrurchbrüchen in der Weltgeschichte“

Eröffnung des Jubiläumsjahres im Gedenken an die Marienerscheinungen vor 150 Jahren

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LOURDES/ROM, 11. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Von „wahren marianischen Durchbrüchen in der Weltgeschichte“ sprach der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Kardinal Ivan Dias, beim Auftakt des Jubiläumsjahres im französischen Wallfahrtsort Lourdes. Vom 8. Dezember 2007 bis zum 8. Dezember 2008 wird dort feierlich des 150. Jahrestages der Marienerscheinungen in der Grotte von Massabielle gedacht.



Lourdes in den französischen Pyrenäen ist aufgrund der Erscheinungen der unbefleckten Empfängnis vor der damals 14-jährigen und heute heilig gesprochenen Bernadette Soubirous weltberühmt. Die erste von mehreren Visionen erfolgte am 11. Februar 1858. Inzwischen pilgern jährlich rund fünf Millionen Menschen zur Grotte, deren Wasser viele als heilkräftig ansehen. Die katholische Kirche hat im Laufe der Jahrzehnte 68 medizinisch unerklärliche Heilungen in Lourdes als Wunder offiziell anerkannt.

Am Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria waren es Tausende von Gläubigen aus unterschiedlichen Ländern, die sich in der unterirdischen Basilika vom heiligen Pius X. eingefunden hatten, um den Festgottesdienst mit dem persönlichen Gesandten von Papst Benedikt XVI. zu feiern, berichtete der „Osservatore Romano“ in seiner italienischen Ausgabe vom 10. Dezember 2007.

Marienerscheinungen wie die von Lourdes fallen mit „in die Auseinandersetzung zwischen den Kräften des Guten und den Kräften des Bösen, die mit der Menschheitsgeschichte beginnt und bis zu ihrem Ende weitergehen wird“, erklärte Kardinal Divas im Nahmen des Heiligen Vaters.

Der Kurienkardinal wies darauf hin, dass „dieser Kampf heute noch heftiger geführt wird als zu den Zeiten Bernadettes“, der die Jungfrau erscheinen wollte. Heute habe man es mit einer Welt zu tun, die „vom Strudel des Relativismus“ erfasst worden sei, „der eine Gesellschaft ohne Gott schaffen will – ein Relativismus, der die bleibenden und unveränderlichen Werte des Evangeliums zersetzt; eine religiöse Gleichgültigkeit, die sich nicht von diesem größeren Gut beeindrucken lässt, das mit Fragen in Zusammenhang steht, die mit Gott und Kirche zu tun haben.“

Kardinal Dias betonte, dass es ein wahrer „Kampf“ im Gang sei, der unzählige Opfer fordere – „in unsere Familien und bei unseren jungen Menschen“.

Dieser Kampf habe die Gottesmutter veranlasst, sich zu zeigen: „Vom Himmel her erschien eine Mutter, die um ihre Kinder besorgt ist, die in Sünde leben und fern sind von Christus“, predigte der Kardinal. Diese Erscheinungen seien daher „verbindliche marianische Durchbrüche in der Geschichte der Welt, die das entscheidende Eintreten der Jungfrau in die Feindseligkeiten zwischen ihr und dem Teufel ansagen, so wie es in der Genesis und Offenbarung beschrieben ist.“

Maria führe ihre geistlichen Söhne und Töchter zusammen, „um eine starke Offensive gegen die Kräfte des Bösen zu schmieden und den endgültigen Sieg ihres göttlichen Sohnes Jesus Christus vorzubereiten“, betonte Kardinal Dias, der alle dazu ermutigte, der Aufforderung Mariens zu diesem Kampf zu folgen.

Die Waffen, derer man sich bedienen müsse, sind „die Umwandlung des Herzens, eine große Verehrung der Heiligen Eucharistie, das tägliche Gebet des Heiligen Rosenkranzes, ein immerwährendes Gebet ohne Heuchelei und die Annahme des Leidens für die Erlösung der Welt“. Der endgültige Sieg gehöre Gott, fügte er hinzu.

Am Ende der Eucharistiefeier führte Kardinal Dias die Prozession an, die die Wallfahrt zum 150. Jahrestag der Erscheinungen von Lourdes mit dem Eintritt in den Schrein durch das Tor von Saint Michel symbolisch eröffnete.

Der „Osservatore Romano“ hob in diesem Zusammenhang die „Brücke des Gebetes und der Hoffnung“ hervor, die am Nachmittag des 8. Dezember drei verschiedene Wallfahrtsorte miteinander verband.

In einer Videoschaltung begrüßte Papst Benedikt XVI. die Pilger im französischen Marienwallfahrtsort Lourdes. Der Bischof von Rom hatte aus Anlass des Hochfests der Unbefleckten Empfängnis Mariens traditionsgemäß die Mariensäule auf der Piazza di Spagna besucht. In Lyon feierten gleichzeitig Hunderte von jungen Menschen mit ihren Fackeln in den Straßen der Stadt ein Lichterfest zu Ehren Mariens.

Dank der Technik gelang es gegen 16.15 Uhr für einen Augenblick, dass alle gemeinsam „ihre Gebete mit dem Papst vor Maria brachten“.