Ludger von Münster (742-809)

Missionar und erster Bischof von Münster

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 718 klicks

Ludger (Liudger) von Münster (*742) stammte aus einer christlichen Adelsfamilie in der Nähe von Utrecht (Niederlanden). Hier besuchte der Heilige von 756 bis 767 die Utrechter Domschule, sein Lehrer war Gregor von Utrecht (707/708-775/776). Danach begab sich Ludger nach York, wo er von 767 bis 772 bei dem Gelehrten Alkuin (730-804) studierte und zum Diakon geweiht wurde. Ludger kehrte schließlich nach Utrecht zurück, wo er nach dem Tod seines Lehrers Gregor die „Vita Gregorii“ verfaßte.

Nach dem Abschluß seiner Ausbildung nahm der Heilige seine Missionstätigkeit auf. Seine erste Station war Deventer, wo er die Lebuinus-Kirche wiederaufbaute. Nach der Priesterweihe im Jahr 777 kehrte er nach der Eroberung Frieslands durch Karl Martell nach Friesland zurück. 784 mußte er vor den Sachsen fliehen und pilgerte nach Rom, wo er bis zu seinem nächsten Missionseinsatz blieb, der ihn wieder nach Friesland zurückführte.

Ludger von Münster, der fünf Gaue betreute, die ihm Karl der Große anvertraut hatte, gründete in den folgenden Jahren verschiedene Kloster, so in Helmstedt, aus dem das spätere Benediktinerkloster St. Ludgeri entstand, oder auch 799 das Kloster in Werden an der Ruhr.

Im Jahr 805 wurde Ludger der erste Bischof von Münster. Nach Münster wurde auch nach seinem Tod der Leichnam Ludgers überführt; er war auf Reisen am 26. März 809 in Billerbeck gestorben. Auf seinen Wunsch hin fand er seine letzte Ruhestätte in der Krypta des Klosters Werden, das Zielort tausender Wallfahrer ist. Im September findet jährlich eine Prozession in Werden mit den Gebeinen des Heiligen statt.