Luthers Exkommunikationsbulle, Brief von Edith Stein, Heinrich VIII. und seine angestrebte Eheannullierung

Lux in arcana: eine einzigartiger Blick in die vatikanischen Geheimarchive

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Von Anita Bourdin

ROM, 1. März 2012 (ZENIT.org). – Die erste Ausstellung von Dokumenten aus den Vatikanischen Geheimarchiven außerhalb der Mauern des Vatikan mit dem Namen „Lux in arcana“ (Licht aufs Geheime) hat heute offiziell in den Kapitolinischen Museen von Rom für das Publikum seine Tore geöffnet. Sie dauert vom heutigen 1. März bis zum 9. September 2012.

Die Ausstellung erlaubt die Einsicht in hundert Pergamente, Register und kostbare Originalmanuskripte aus dem 8. bis 20. Jahrhundert, die normalerweise in den Vatikanischen Geheimarchiven aufbewahrt werden.

Der vollständige Titel der Ausstellung lautet: „Lux in arcana; Enthüllung der Geheimarchive des Vatikan“. Die ausgestellten Dokumente werden von Multimedia-Material ergänzt.

Besonders erwähnenswert ist ein Brief des englischen Parlaments an Papst Clemens VI. über die Heiratsangelegenheit des englischen Königs Heinrichs VIII. (1530), die Akten des Prozesses gegen Galilei (17. Jahrhundert), ein Brief der amerikanischen Indianer auf Birkenrinde an Papst Leo XIII., aber auch ausgewählte Dokumente über die Beziehungen während des zweiten Weltkrieges und nicht zuletzt die Exkommunikationsbulle von Martin Luther sowie die über die Unbefleckte Empfängnis, die Bullen von Papst Alexander VI. über die Entdeckung der Neuen Welt, über die Absetzung Friedrichs II, die Briefe von Maria Stuart an Papst Sixtus V. und von Bernadette Soubirous.

Die Ausstellung war im Juli vergangenen Jahres vom Vatikan durch Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone, den Bibliotheksarchivaren Kardinal Raffaele Farina, den Präfekten der Vatikanischen Archive, Msgr. Sergio Pagano, den Bürgermeister von Rom, M. Giovanni Alemanno, M. Dino Gasperini, Kommunalassistent für Kulturpolitik und den Superintendanten für Kulturgüter in Rom, M. Umberto Broccoli, vorgestellt worden. Bei der Pressevorstellung des Ereignisses hatte Kardinal Bertone die Wichtigkeit betont, dass die Ausstellung außerhalb des Vatikans, auf dem Kapitol, im Herzen von Rom ausgerichtet werde. Er sah darin ein Symbol der Begegnung zwischen dem vatikanischen Archiv und den römischen Kultureinrichtungen. Kardinal Farina hatte präzisiert, dass die päpstlichen und anderen alten Dokumente zum ersten Mal den Vatikan verließen, um auf dem Kapitol zu sehen zu sein, dem traditionellen Regierungssitz der ewigen Stadt.

Msgr. Pagano hatte seinerseits angemerkt, dass die Ausstellung Licht auf eine „ehrwürdige Institution und ihre Aktivitäten“ werfe, daher der Name „Licht aufs Geheime“ und „Enthüllung der Geheimarchive“.

„Es ist das erste Mal, dass ein breites Publikum einen gemeinsamen Blick auf die Inhalte des vatikanischen Archivs werfen , aber auch die Beschaffenheit dieses Bestandes und seines Dienstes, den diese Institution über Jahrhunderte dem Heiligen Stuhl und der Welt der Kultur leistet, kennenlernen kann“, führte er aus.

[Übersetzung des französischen Originals von Jan Bentz]