M. Colomba Gabriel (1858-1926)

Ordensgründerin und Selige

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 301 klicks

M. Colomba Gabriel wurde am 3. Mai 1858 unter dem bürgerlichen Namen Joanna Matilda Gabriel in Stanislawow in Polen geboren. Sie entstammte einer adeligen Familie und erhielt eine umfassende Ausbildung, unter anderem bei den Benediktinerinnen in Leopoli. Da sie den tiefen Wunsch verspürte, ihr Leben Gott zu weihen, trat sie in das Kloster in Leopoli ein, wo sie als Lehrerin arbeitete. Im Alter von 24 Jahren, am 20. August 1882, legte sie die Profess ab. Am 24. Januar 1900 verließ das Kloster und zog in ein Kloster in der Nähe von Rom, nach Subiaco, wo sie bis 1902 blieb. Colomba wollte besonders in der sozialen Fürsorge tätig werden und arbeitete deshalb fortan in Rom in den Vierteln Testaccio und Prati mit Kindern und Jugendlichen, die auf der Straße lebten.

1908 gründete sie am 1. Mai mit Hilfe des Vikariats in Rom und vieler weiterer Personen ein Haus für junge Arbeiterinnen in der Via di Torre Argentina im antiken Palazzo Sinibaldi. Bald schlossen sich ihr Schwestern an, um ihr bei der Arbeit zu helfen. Daraus erwuchs der Orden der „Suore Benedettine di Carità“, der sich vor allem um Kinder, Jugendliche und alte Menschen kümmert. Der Orden breitete sich schnell aus, und weitere Ordenshäuser entstanden sowohl in Italien als auch in Madagaskar und in Rumänien.

Colomba Gabriel ermunterte ihre Mitschwestern, stets dorthin zu gehen, wo eine Seele der Hilfe bedarf, wo ein Herz zu trösten und einem schmerzenden Körper Linderung zu verschaffen seiist. Demut, Güte, Heiterkeit, Freude, Kraft, Ausgeglichenheit und Liebe sind die Tugenden, die die Ordensschwestern bei der Verrichtung ihrer Tätigkeiten walten lassen sollen. Gemäß der Ordensregel „Ora et labora“ gestalten die Schwestern ihren Alltag, der sich aus Gebet und praktischer Arbeit zusammensetzt.

M. Colomba Gabriel starb am 24. September 1926 in Centocelle, einem Vorort von Rom. 1983 wurde das Seligsprechungsverfahren eingeleitet, das am 10. Juli 1990 vom seligen Johannes Paul II. bestätigt wurde. Die Seligsprechung erfolgte am 16. Mai 1993.