Mache alle zu Werkzeugen deines Friedens

Das heutige Mittwochsgebet stammt von Hermann Schalück

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 294 klicks

Hermann F. Schalück OFM wurde 1939 in Rheda-Wiedenbrück in Ostwestfalen geboren und war von 1998 bis 2008 Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerkes „Missio“ in Aachen. Mit 20 Jahren trat Schalück dem Franziskanerorden bei, dessen Generalminister er zwischen 1991 und 1997 war. Ab 1960 studierte er in Münster und Paderborn Theologie und Philosophie. Nachdem er 1963 sein Ewiges Gelübde abgelegt hatte, wurde er 1965 zum Priester geweiht. Zwischen 1970 und 1974 lehrte er an den Universitäten von München und Münster in systematischer Theologie und leitete zwischen 1973 bis 1983 die Nordwestdeutsche Franziskanerprovinz als Provinzial. 1997 wurde er durch den Vatikan zum Präsidenten des Internationalen Katholischen Missionswerkes „Missio“ in Aachen ernannt und führte dieses Amt ab 1998. 2003 wurde er für weitere fünf Jahre bestätigt und im Mai 2008 verabschiedet.

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Du einziger Gott aller Menschen.
Du hast die Erde und den Kosmos geschaffen,
in ihrer Vielfalt, ihrer Schönheit, ihrer Zerbrechlichkeit.
Auch die verschiedenen Kulturen und Religionen
sind auf der Suche nach Dir, dem Ursprung von allem.
Du willst, dass alle füreinander nicht Bedrohung,
sondern ein Segen sind.

Unsere Eine Welt soll nach Deinem Willen ein bewohnbares
und friedliches Haus für alle sein.
Den Nahen Osten hast Du auserwählt,
Deinen Namen und Deinen Weg mit uns
an zahlreichen heiligen Orten bekannt zu machen.
Abraham, Vater des Glaubens für Juden, Muslime und Christen,
hörte Deinen Ruf im Land zwischen Euphrat und Tigris,
dem heutigen Irak.
Dem alten und neuen Volk Israel
hast Du in besonderer Weise Leben und Zukunft zugesagt.
Als Christinnen und Christen danken wir Dir aber vor allem
für unseren Herrn und Bruder Jesus Christus.
Er ist unser Friede.
Er ist gekommen, um Mauern nieder zu reißen
und allen ohne Unterschied Leben und Zukunft zu schenken.

Wir wissen uns in Gemeinschaft mit den christlichen Kirchen
des Nahes Ostens.
Sie legen Zeugnis ab für das Evangelium Jesu, für die Kraft der
Gewaltfreiheit und die Gewissheit der Auferstehung.
Wir beten zu Dir aber auch in Verbundenheit mit allen Brüdern
und Schwestern aus jenen Religionen, die im Nahen Osten
ihren Ursprung haben.
Uns alle hast Du nach deinem Bild
und Gleichnis geschaffen,
alle sind Dein Ebenbild.
Allen, die Dich in Wahrheit suchen,
hast Du den Hunger und Durst nach Gerechtigkeit
und die Sehnsucht nach Frieden eingegeben.

Alle, Muslime, Christen und Mitglieder des Volkes Israel,
sehnen sich nach Versöhnung.
Alle trauern um die Opfer von Hass und Gewalt.
Alle sind nach Deinem Plan auch berufen, an einer neuen
Welt zu bauen.

So bitten wir Dich:

Erbarme Dich aller Opfer und aller Täter.
Beende die Spirale der Gewalt, der Feindbilder,
des Hasses, der Vergeltung.
Schenke allen, besonders den Verantwortlichen in der Politik,
die Einsicht, dass der Weg zum dauerhaften Frieden
nicht der Krieg,
sondern der Einsatz für Frieden in Gerechtigkeit ist.
Erwecke in allen abrahamitischen Religionen auch heute
Werkzeuge, Botinnen und Boten einer anderen Welt.
Mach, dass die Herzen sich auftun und der Krieg beendet ist,
noch bevor er beginnt.
Schenke dem Nahen Osten einen dauerhaften Frieden.
Lass eine sichere Heimat für alle entstehen.

Gib, Herr, dass alle Menschen guten Willens
aus allen Religionen,
in Nord und Süd, Ost und West,
in gemeinsamer Verantwortung,
die Berge der Missverständnisse abtragen,
die Gräben des Hasses zuschütten
und Wege für eine gemeinsame Zukunft ebnen.
Lass in der Einen Welt die Waffen schweigen.
Lass dafür den Ruf nach Frieden lauter werden,
für alle ohne Unterschied.

Herr, einziger Gott:
Mache alle zu Werkzeugen Deines Friedens.