"Machen wir Platz für Jesus"

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 503 klicks

In der Predigt während der heutigen Messe in Santa Marta mahnte Papst Franziskus die Gläubigen, zu Weihnachten Jesus Platz zu machen und nicht den Einkäufen und dem Lärm. Überdies sagte er, der Christ müsse immer in einer wachende Erwartung des Herrn leben, so wie Maria auf die Geburt gewartet habe. Die Kirche begleite sie auf diesem Weg. Papst Franziskus sagte, der Herr sei zwei Mal erschienen, einmal im Moment der Geburt - dem Fest, das nun gefeiert werde – und am Ende. Jedoch gebe es noch eine dritte Geburt.

„Es gibt ein drittes Kommen des Herrn: Das an jedem Tag. Der Herr besucht seine Kirche jeden Tag! Er besucht jeden von uns und auch unsere Seele tritt in diese Ähnlichkeit ein: Unsere Seele ähnelt derjenigen der Kirche, unsere Seele ähnelt Maria. Die Väter der Wüste sagen, dass Maria, die Kirche und unsere Seele weiblich sind und was man über die eine sagt, kann man auch analog für die andere übernehmen. Auch unsere Seele ist in Erwartung, in der Erwartung der Ankunft des Herrn; eine offene Seele die ruft: ‚Komm Herr!‘“

Alle Gläubigen seien im Advent in Erwartung und würden wachen. Das Wachen sei die Tugend des Pilgers, so der Pontifex.

„Und ich frage mich: Sind wir in Erwartung oder sind wir verschlossen? Wachen wir oder sind wir in Sicherheit in einer Unterkunft, entlang der Straße und wollen nicht mehr weiter gehen? Aus diesem Grund lädt uns die Kirche ein, das ‚Komm!‘ zu beten, unsere Seele zu öffnen und dass unsere Seele in diesen Tagen wachsam in Erwartung sei. Wachen! Was geschieht in uns, wenn der Herr kommt oder wenn er nicht kommt? Wenn es Platz für den Herrn gibt oder Platz für Feiern, Einkäufe, Lärm… Unsere Seele ist offen, so wie die Heilige Mutter Kirche offen ist, so wie die Madonna? Oder ist unsere Seele verschlossen und wir haben an die Tür ein Schild gehängt, das besagt: ‚Bitte nicht stören!‘“

Die Welt ende nicht mit den Menschen, sie seien nicht wichtiger als die Welt: Es sei der Herr, mit der Madonna  und der Mutter Kirche, so Papst Franziskus weiter.

„Heute müssen wir oft wiederholen ‚Komm!‘ und uns bemühen, dass unsere Seele keine Seele ist, die sagt: ‚Do not disturb!‘ Nein! Dass es eine offene Seele sei, dass es eine große Seele sei, um den Herrn in diesen Tagen zu empfangen. Möge sie beginnen, das zu spüren, was und die Kirche sagen wird: ‚Wisst, dass heute der Herr kommt! Und morgen werdet ihr seinen Ruhm sehen!“