Mai, der Monat Mariens

Ein Monat, der dem Rosenkranz gewidmet ist

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 320 klicks

Der Monat Mai ist in der katholischen Kirche ein Monat, der in besonderer Weise der Mutter Gottes und dem Gebet des Rosenkranzes gewidmet ist. Das Gebet des Rosenkranzes geht in seiner heutigen Form auf das 11. Jahrhundert zurück. Das Wort Rosenkranz stammt vom lateinischen Wort „rosarium“, das mit „Rosengarten“ übersetzt wird. In der christlichen Ikonographie symbolisieren Rosengewächse die Mutter Jesu, die Madonna am Rosenhang steht für ihre Jungfräulichkeit. In der Laurentinischen Litanei wird Maria als „Rosa Mystica“ (geheimnisvolle Rose angerufen). Der kirchenlateinische Begriff „rosarium“ wurde später auf die Gebetskette übertragen und erscheint unter seiner deutschen Bezeichnung „Rosenkranz“ erstmals im 15. Jahrhundert, wobei der genaue Zusammenhang bis heute nicht eindeutig geklärt werden konnte. Es wird angenommen, dass die Kette ursprünglich aus Rosenblüten bestand, die auf einer Schnur aneinandergereiht waren. Der Rosenkranz als Devotionalie geht auf Gebetsketten aus dem Orient zurück. Da der Marienkult bereits früh in den byzantinischen Ostkirchen praktiziert wurde, hat der Rosenkranz seinen christlichen Ursprung im orthodoxen Christentum. Das katholische Rosenkranzgebet entwickelte sich aus frühmittelalterlichen Gebeten, bei denen zunächst das Vaterunser und ab dem 11. Jahrhundert zunehmend das Ave Maria 150 Mal in Zehnergruppen gegliedert wiederholt und mit Glaubensgeheimnissen und biblischen Texten über das Leben und Heilswerk Christi verbunden wurde. Im 11. Jahrhundert schuf Petrus Damiani (um 1006–1072) die Form des „Ave Maria“, wobei der Engelsgruß aus dem Lukasevangelium im Wortlaut verwendet wurde.

Das Gebet des Rosenkranzes hat für die Päpste eine besondere Bedeutung. So ging der erste Weg von Papst Franziskus nach seiner Ernennung in die Basilika von Santa Maria Maggiore, um dort vor der Ikone der Madonna zu beten und Schutz für sein Pontifikat zu erbitten. Johannes Paul II. erwähnte oft, dass das Gebet des Rosenkranzes in der Familie zu Einheit führe. Er nannte die Familie oft eine „häusliche Kirche“ und verglich sie mit der eigentlichen Kirche, die ebenfalls im Gebet des Rosenkranzes zu mehr Einheit gelange.

Einen Ratschlag für das Beten des repetitiven Rosenkranzgebetes hat der Erzbischof der Basilika von Santa Maria Maggiore, Kardinal Santos Abril y Castelló. In einem Gespräch mit Radio Vatikan am Anfang des Monats sagte er:

„Es gibt einen Rat, der mir vor langer Zeit gegeben wurde und dem ich oft folge. Um sich ein bisschen mehr auf die Meditation der Mysterien, die sich wiederholen, konzentrieren zu können, ist es dienlich, an den Anfang jedes Gebets, das man beginnt, eine besondere Intention zu setzen und zu sagen: Dieses Gebet möchten wir Papa widmen, dem es vielleicht nicht gut geht, den Mitgliedern der Familie, einem der Kinder oder eine andere Intention.“