Malteser im Erdbebengebiet der Emilia-Romagna

Wir bleiben, solange der Notstand andauert

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ROM, 21. Juni 2012 (ZENIT.org). - „Willkommen Großer Meister“. Mit diesem – mit Bleistift geschriebenen Schriftzug – wurde der Großmeister Fra´ Matthew Festing des souveränen Malteserordens bei seinem Besuch in Bomporto begrüßt, wie der Orden berichtet. In dem Städtchen in der Provinz Modena, die von den Erdbeben vom 20. und 29. Mai schwer getroffen wurde, befindet sich auf dem Sportplatz die Zeltstadt, die der italienische Hilfsdienst des Malteserordens (CISOM) dort errichtet hat und betreibt. Auch ein Kontingent des Militärkorps der italienischen Assoziation des Ordens arbeitet hier.

In Bomporto sind etliche Gebäude des historischen Zentrums sowie der Gemeinde unzugänglich. Der Schornstein der Ziegelei, ein Wahrzeichen dieser Stadt von 10.000 Einwohnern, musste teilweise abgerissen werden. Mit seiner Höhe von 35 Metern drohte er auf die benachbarte Kinderkrippe zu stürzen. Zahlreiche Häuser wurden beschädigt und als unbewohnbar erklärt.

Der Großmeister, begleitet von den führenden Persönlichkeiten der CISOM, wurde vor seinem Besuch der Zeltstadt mit ihren 200 Bewohnern vom Bürgermeister von Bomporto, den freiwilligen Helfern und den Helfern des Militärkorps des Ordens empfangen. Nach dem Bericht ist die Organisation des Lagers tadellos. Ausgenommen das Spielzelt für die Kinder: „Da ist einfach nichts zu machen“, so der verantwortliche Leiter, Luigi di Iorio, gegenüber dem Großmeister, „ wir haben es versucht, aber in diesem Zelt irgendeine Art von Ordnung durchzuhalten, ist einfach unmöglich…“

Der Großmeister nahm im Verpflegungszelt mit allen eine gemeinsame Mahlzeit ein, bei der man sich Mut zusprach in der Hoffnung, dass das Schlimmste überstanden ist. Festing gab mit Worten des Trostes seiner Anteilnahme Ausdruck. „Wie schon beim Erdbeben in den Abruzzen“, versicherte er, „werden wir auch hier den Menschen nahe bleiben solange der Notstand andauert.“

Entscheidend für die Menschen im Zeltlager ist die psychologische Unterstützung durch die Ärzte des italienischen Hilfskorps. „Wir haben Informationsbroschüren verfasst und sind auf die Menschen im Lager zugegangen“ berichtete Dr. Pierluigi Policastro, der verantwortliche Leiter des Psychologenteams von CISOM. „Auf Bitte des Bürgermeisters haben wir diesen Dienst rund um die Uhr auf die Gesamtbevölkerung von Bomporto und die umliegenden Ortschaften ausgeweitet. Das Hauptproblem sind die fortdauernden Nachbeben, die die Menschen weiter ängstigen und sie daran hindern, langsam zur Normalität zurückzukehren.