"Man kann nicht gleichgültig bleiben, wenn man erfährt, dass Menschen wie Ware ge- und verkauft werden"

Papst Franziskus zur Kampagne der Brüderlichkeit der brasilianischen Bischofskonferenz

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 356 klicks

Die brasilianische Bischofskonferenz CNBB („Conferência Nacional dos Bispos do Brasil“) eröffnete gestern, am 5. März 2014, in Brasilia feierlich die „Kampagne der Brüderlichkeit“. Der Feierlichkeit saßen der Weihbischof von Brasilia. Marcony Vinícius Ferreira, und der Generalsekretär der CNBB, Msgr. Leonardo Ulrich Steiner, vor. Die diesjährige Ausgabe der Kampagne setzt sich mit dem Thema „Brüderlichkeit und Menschenhandel“ auseinander und läuft unter dem Motto: „Christus hat uns befreit, damit wir frei blieben.“

Papst Franziskus erklärte in seiner Nachricht zur Kampagne der CNBB: „Die menschliche Würde ist für alle Menschen gleich.“ Wer die Würde des anderen missachte, missachte sich selbst. Wenn jemand die menschliche Würde verletze, habe er zuvor seine eigene für Macht, Ruhm und materielle Güter verkauft.

„Man kann nicht gleichgültig bleiben, wenn man erfährt, dass Menschen wie Ware ge- und verkauft werden.“ Papst Franziskus kritisierte nicht nur den Menschenhandel, sondern mahnte auch andere gravierende Missstände an: Kinder, die als Organspender missbraucht werden; Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden; Arbeiter, die ausgebeutet werden; Ausbeutung und schwere soziale Missstände innerhalb der Familien, alte Menschen und Jugendliche, die sich selbst überlassen seien. „Es handelt sich um Angriffe auf die Grundwerte des familiären und sozialen Zusammenlebens“, so der Papst.

Eine grundlegende Gewissensprüfung sei erforderlich. Wie könne man freudig das Osterfest begehen, ohne solidarisch mit denjenigen zu sein, die der eigenen Freiheit beraubt seien, fragte Papst Franziskus. Christus habe mit seinem Leiden, seinem Tod und seiner Auferstehung die Menschheit vom Tod und der Sünde befreit. „Während der kommenden 40 Tage versuchen wir, uns des unendlichen Erbarmens Gottes bewusster zu sein, das er uns schenkte und das er bat, den anderen zu schenken, vor allem den Bedürftigen.“

Papst Franziskus wünschte, dass sich Christen und Menschen guten Willens dafür einsetzten, dass nie wieder Männer und Frauen, Jugendliche und Kinder Opfer des Menschenhandels würden. „Das Fundament, um die menschliche Würde zu stärken, ist die Verkündigung des Evangeliums in Land und Stadt, weil Jesus überall das Leben in Fülle schenke.” Die Hoffnung bestehe darin, dass das neue Leben in Christus alle Herzen erweichen und Mitleid für unsere Brüdern und Schwestern errege, die befreit werden müssten.