Marcellin Champagnat (1789-1840)

Priester, Seelsorger, Ordensgründer und Heiliger

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 277 klicks

Marcellin Joseph Benoît Champagnat wurde am 20. Mai 1789 in Marlhes in Rhônes-Alpes geboren. Er wuchs in einer kinderreichen religiös geprägten Familie auf. Schon als 14jähriger verspürte er den Wunsch, Priester zu werden. Im Alter von 27 Jahren, am 2. Juli 1816, empfing er die Priesterweihe. Bereits ein Jahr später gründete er die Laienkongregation der „Maristen-Schulbrüder“. Die Kongregation machte es sich zur besonderen Aufgabe, den Kindern und Jugendlichen aus den dörflichen Gemeinschaften um La Valla-en-Gier im Pilat-Gebirge in Südfrankreich, wo Marcellin Champagnat als Kaplan tätig war, Religionsunterricht zu erteilen und eine Schulbildung zu vermitteln. Nach der Französischen Revolution bestand hier großer Bedarf: „Der heilige Marcellin verkündete das Evangelium mit einem wahrhaft brennenden Herzen. Er hatte ein Gespür für die geistigen und erzieherischen Bedürfnisse seiner Zeit, vor allem für religiöse Unkenntnis und für die Situationen der Verlassenheit, die sich vor allem bei der Jugend fanden“, so der heilige Johannes Paul II. während der Heiligsprechung am 18. April 1999 über die Arbeit des Heiligen.

Marcellin Champagnat starb am 6. Juni 1840 in Notre Dame de l'Hermitage. Mehr als 20 Jahre nach dem Tod ihres Ordensgründers wurde die „Brüdergemeinschaft der Maristen“ 1863 päpstlich anerkannt. Marcellin Champagnat wurde am 29. Mai 1955 von Papst Pius XII. seliggesprochen. Am 18. April 1999 folgte die Heiligsprechung durch Johannes Paul II.: „Dank seines unerschütterlichen Glaubens blieb er Christus trotz aller Schwierigkeiten treu – inmitten einer Welt, die den Sinn für Gott manchmal verloren zu haben schien. … Sein Sinn für Seelsorge ist für die Priester vorbildlich: Sie sind berufen, die Frohbotschaft zu verkünden, sollen aber auch echte Erzieher für die Jugendlichen sein, die nach dem Sinn ihres Daseins suchen, indem sie jeden von ihnen auf dem Weg begleiten und ihnen die Heilige Schrift erschließen. Pater Champagnat ist darüber hinaus ein Beispiel für Eltern und Erzieher: Er hilft ihnen, voller Hoffnung auf die Jugendlichen zu schauen und sie mit einer vollkommenen Liebe zu lieben, die eine wahrhafte menschliche, sittliche und geistige Formung fördert.

Marcellin Champagnat lädt uns auch ein, Missionare zu sein, um Jesus Christus bekannt zu machen und die Liebe zu ihm zu wecken, wie es die Maristenbrüder bis in die fernen Länder von Asien und Ozeanien getan haben. Mit Maria als Leiterin und Mutter ist der Christ Missionar und Diener der Menschen. Bitten wir den Herrn um ein genauso brennendes Herz wie das des hl. Marcellin Champagnat, damit wir ihn erkennen und seine Zeugen sein können.“

Die Brüdergemeinschaft der Maristen (FMS) hat rund 3.700 Mitglieder in 78 Ländern weltweit. Ihre Aufgabe besteht bis heute in der Erziehungs- und Bildungsarbeit. „Alle Formen der zeitgemäßen Erziehungs- und Bildungsarbeit sind ihnen vertraut; in verschiedenen Schularten und in offenen Formen der Jugendarbeit und Erwachsenenbildung im wissenschaftlichen und handwerklichen Bereich in allen Erdteilen, in der Großstadt wie in Urwaldgebieten.“ Besonders engagieren sie sich für Randgruppen und Arme.