Margarethe von Trotta verfilmt Vita der hl. Hildegard

Film „Vision - aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ kommt 2009 in die Kinos

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MÜNCHEN, 11. November 2008 (ZENIT.org).- Das Leben der mittelalterlichen Äbtissin Hildegard von Bingen wird jetzt von Margarethe von Trotta verfilmt. Am 8. Oktober begannen die Dreharbeiten im baden-württembergischen Kloster Maulbronn, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, wie der Concorde Filmverleih mitteilte.

Das ehemalige Zisterzienser-Kloster, Mitte des 12. Jahrhunderts im Tal der Salzach zwischen dem badischen Bretten und dem württembergischen Mühlacker von Zisterzienser- Mönchen gegründet, gilt als die am vollständigsten erhaltene Klosteranlage des Mittelalters nördlich der Alpen.

„Bis heute vermittelt die Geschlossenheit der Anlage ein fast unverfälschtes Bild eines mittelalterlichen Klosters. Bis ins Detail werden dem Betrachter Einsichten in das Wesen eines Klosterorganismus, eine direkte Anschauung des klaustralen Geistes und der Besonderheiten der zisterziensischen Reformbewegung ermöglicht“, heißt es in der Würdigung der UNESCO.

In die Rolle der Heiligen schlüpft die Schauspielerin Barbara Sukowa („Die bleierne Zeit“, „Rosa Luxemburg“); weitere Darsteller sind Heino Ferch („Der Baader MeinhofKomplex“), Hannah Herzsprung („Vier Minuten“) und Alexander Held („Sophie Scholl“).

Weitere Drehorte der Produktion, die bis Anfang Dezember 2008 terminiert ist, sind die MMC Studios in Köln, Kloster Eberbach in Hessen sowie München und Umgebung.

„Vision - aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ soll im Herbst 2009 in die Kinos kommen.

Der Film erzählt die Lebensgeschichte der Ordensfrau, ihren Aufstieg zu einer der bedeutendsten Frauen des Mittelalters und ihren Kampf um eine eigenständige Position innerhalb ihres Ordens. Hildegard von Bingen (um 1098 - 1179) gehört zu den bedeutendsten und faszinierendsten Frauengfiguren des Mittelalters.

„Bernhard von Clairvaux empfahl sie Papst Eugen III., der sie ausdrücklich zum Aufschreiben ihrer Visionen und zur Predigt gegen die Katharer ermutigte (1148), was sie in großen Predigtreisen nach Bamberg, Metz und Lüttich, zuletzt noch nach Schwaben ausführte“, erläutert Prof. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz in ihrem Beitrag in Zenit über die hl. Hildegard. „1163 traf sie sich mit Kaiser Friedrich Barbarossa in Ingelheim: Ihr Ruhm als prophetissa teutonica war gewaltig. In der Eibinger Pfarrkirche befindet sich der Hildegardschrein mit den mehrfach umgebetteten Gebeinen; die Verehrung des Volkes betrachtet sie als Heilige“.

“Ein Vorstoß vor etwa 20 Jahren, sie zur Kirchenlehrerin erheben zu lassen, fruchtete bisher nicht“, so Gerl-Falkovitz. „In den berühmten, nach ihren Visionen illuminierten Handschriften fasst Hildegard auf dem Wissensstand des 12. Jahrhunderts vorliegende monastische, aber auch patristische Traditionen kenntnisreich und eigenständig zusammen“.

Die Benediktinerin war Äbtissin, Seherin, Heilkundige und Komponistin. Ihre Texte beschäftigen sich mit Religion, Medizin, Musik, Ethik und Kosmologie. Ihre Kräuter- und Heilkunde ist heute sehr populär, und ihre Kompositionen, die eine wichtige Rolle im Film spielen, erleben seit Jahren eine Renaissance.