Maria Alfonsina Danil Ghattas (1843-1927)

Eine palästinensische Selige und Ordensgründerin

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 248 klicks

Maria Alfonsina Danil Ghattas wurde am 4. Oktober 1843 in Jerusalem geboren. Ihre Eltern, katholische Palästinenser, tauften sie auf den Namen Soultaneh Mariam. Sie besuchte eine katholische Schule, die von den Schwestern des Heiligen Joseph von der Erscheinung gegründet worden war. Maria Alfonsina zählte zu den besten Schülerinnen und entschloss sich im Alter von nur neun Jahren, ihr Leben dem Herrn zu weihen, wie Benedikt XVI. in seinem Apostolischen Schreiben vom 22. November 2009 anlässlich der Seligsprechung Maria Alfonsinas ausführte. Ihr Vater aber widersetzte sich dem Entschluss, da sie in Frankreich ihre Ausbildung vervollständigen sollte. Deshalb verschob sich ihr Eintritt den Orden um einige Jahre. Nach vielen Jahrhunderten war sie die erste katholische Schwester arabischer Muttersprache.

Maria Alfonsina gründete 1880 den Orden der Rosenkranzschwestern. Es handelt sich um die erste und einzige Gründung eines Ordens im Lateinischen Patriarchat von Jerusalem. Zuvor hatte Maria Alfonsina immer wieder Visionen erlebt, in denen sie zur Gründung einer Gemeinschaft für arabische Frauen aufgefordert wurde. Die Selige wurde 1883 Mitglied der Rosenkranzschwestern.

Mutter Maria Alfonisna starb am 25. März 1927. Sie wurde am 22. November 2009 in Nazareth seliggesprochen.

Die Rosenkranzschwestern sind heute in acht Ländern mit rund 260 Schwestern vertreten. Ihr Einsatzgebiet ist vor allem der Nahe Osten, in Städten wie Nazareth, Bethlehem, Jerusalem, Ramallah oder Gaza. Die Schwestern des Rosenkranzes oder die „Wardiyye“ setzen sich besonders für die Armen und die Ausbildung von Kindern, besonders der Mädchen, ein. In Jordanien und im Westjordanland gründeten die Rosenkranzschwestern die ersten Schulen.