Mariä Himmelfahrt und das Geheimnis des ewigen Lebens

Msgr. Rino Fisichella über Mariä Himmelfahrt und den Glauben an das Leben, das den Tod immer besiegen wird

| 743 klicks

von Antonio Gaspari

PARIS, 16. August 2012 (ZENIT.org). ‑ Im Verlauf der Vigil, die am 14. August in der Kathedrale Notre-Dame de Paris stattfand, sprach Msgr. Rino Fisichella von der „Schönheit Mariens“ und vom Mysterium der Jungfrau, die „zum Weg wurde, der zu Gott führt.“

„Der Glaube ist fortwährende Suche nach Gott. Aus diesem Grund ist ein Christ immer unterwegs“, erklärte der Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Neuevangelisierung. Und er fügte hinzu: „Viele Menschen sind auf der Suche nach Gott.“ Unter den Tausenden, die nach Notre Dame kommen, um die Schönheit der Kathedrale zu bewundern, könnten viele „das Bedürfnis verspüren, zu glauben und zu beten.“

Über das Hochfest Mariä Himmelfahrt sagte der Prälat: „Dieses Fest ist für uns eine Einladung, das Geheimnis unserer Existenz durch die Suche und die Begegnung mit dem Antlitz Jesu Christi zu betrachten“, weil „wir im Antlitz Jesu die Gesichtszüge seiner Mutter Maria wiederfinden.“ Fisichella führte weiter aus: „Die Gesichtszüge Marias im Antlitz Jesu sind Zeichen, die uns dem Mysterium der Menschwerdung des Gottessohnes näher bringen, denn durch Maria machte sich Gott zum Menschen.“

Die Lebensgeschichte Marias sei daher „ein vielsagendes Zeichen dessen, was Gott mit einem Menschen machen kann, der aufrichtig glaubt“, erklärte der Präsident des Dikasteriums für die Neuevangelisierung und fügte hinzu: „Was der Herr an Maria lobte ist, dass sie den Willen des Vaters erfüllte.“

Msgr. Fisichella wies darauf hin, dass die bei Maria so offensichtliche bedingungslose Bereitschaft, sich Gott und seinem Willen zu fügen, uns dem Mysterium der Eucharistie näher bringt.

„Tag für Tag“, erklärte Fisichella, „verwandelt uns der Leib Christi nach dem Plan Gottes und erlaubt uns einen Blick auf seinen Sieg über den Tod. Was wir da empfangen, ist das Versprechen des ewigen Lebens und ein Same der Unsterblichkeit.“

Der Präsident des Päpstlichen Rats betonte außerdem: „So wie von Maria erwartet wurde, dass sie den Worten des Engels Glauben schenke und sich sicher sei, dass das Kind, das sie in sich trägt, Gottes Sohn ist, so sind auch wir aufgefordert, in diesem Brot den Sohn Gottes in seinem glorifizierten Leib zu erkennen. Das Beispiel Marias ist weiter nichts als vertrauensvoller Gehorsam gegenüber dem Heiligen Geist. Das Fest Mariä Himmelfahrt erzählt uns von der Kraft des Lebens – und davon, dass Gott seinem Versprechen treu bleibt.“

[Übersetzung des italienischen Originals von Alexander Wagensommer]