Maria ist wie ein leuchtender Stern, der uns den Weg weist

Predigt Benedikts XVI. am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel

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ROM, 17. August 2009 (ZENIT.org).- „Das ganze Leben ist eine Himmelfahrt. Das ganze Leben ist Betrachtung, Gehorsam, Vertrauen und Hoffnung, auch in der Finsternis! Und das ganze Leben ist diese ‚heilige Eile‘, die weiß, dass Gott immer den Vorrang hat und nichts anderes unser Dasein in Eile versetzen soll.“ Papst Benedikt XVI. erörterte in seiner Predigt zum Hochfest der Aufnahme der Gottesmutter Maria in den Himmel den Sinn dieses Festtages, der in die Tiefen des menschlichen Daseins und seiner Geschichte mit Gott einführe.



Benedikt XVI. war hatte die kurze Strecke von der Päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo zur Pfarrkirche der Stadt zu Fuß zurückgelegt, um mit den Einheimischen und den angereisten Pilgern um 8.00 Uhr die heilige Messe zu feiern. Die Aufnahme Mariens in den Himmel, so erklärte der Papst, sei gewissermaßen die Krönung innerhalb der großen liturgischen Feiern, in denen die Christen aufgerufen seien, die Rolle der seligen Jungfrau in der Heilsgeschichte zu betrachten. „Die Unbefleckte Empfängnis, die Verkündigung, die Göttliche Mutterschaft und die Aufnahme in den Himmel sind grundlegende und zutiefst miteinander verbundene Etappen, mit denen die Kirche die glorreiche Bestimmung der Mutter Gottes lobpreist und besingt, in denen wir aber auch unsere Geschichte lesen können.“

Bei der Aufnahme Mariens in den Himmel komme zum Vorschein, wozu die Christen in der Nachfolge Christi und im Gehorsam gegenüber seinem Wort am Ende des Weges auf Erden berufen seien, hob Papst Benedikt XVI.

Der Evangelist Lukas betone die „Eile“ Marias: Nach der Verkündigung sei die Mutter Jesu zu Elisabet geeilt, wodurch ersichtlich werde, „dass für Maria die Befolgung ihrer Berufung in Fügsamkeit gegenüber dem Geist Gottes, der in ihr die Menschwerdung des Wortes gewirkt hat, die Bedeutung annimmt, eine neue Straße zu begehen, sofort einen Weg außerhalb ihres Hauses zu unternehmen und sich dabei alleine von Gott führen zu lassen“.
 
Auf ihrem von Gott geleiteten Weg erwäge Maria die Ereignisse ihres Daseins, um in ihnen auf immer tiefere Weise den geheimnisvollen Plan Gottes für ihr Leben zu erkennen. So werde Maria ein „Beispiel für den Glauben der Kirche“.
 
Das Fest Mariä Himmelfahrt erinnere die Christen daran, dass das Leben Marias wie das eines jeden Christen ein Weg der Nachfolge Jesu sei, „ein Weg, der ein genaues Ziel hat, eine bereits abgesteckte Zukunft: den endgültigen Sieg über die Sünde und den Tod und die volle Gemeinschaft mit Gott“.
 
Jeder Christ sei mit der Taufe grundsätzlich bereits auferweckt und habe im Himmel einen Platz in Jesus Christus, bekräftigte Benedikt XVI. Allerdings müssten die Menschen „leiblich das erreichen, was in der Taufe bereits begonnen hat und Wirklichkeit geworden ist. In uns ist die Einheit mit Christus, die Auferstehung, unvollkommen, für die Jungfrau Maria aber ist sie vollbracht, trotz des Weges, den auch die Gottesmutter unternehmen musste“.
 
Das Leben des Menschen auf Erden beschrieb Papst Benedikt als einen Weg, der ständig „in der Spannung des Kampfes zwischen dem Drachen und der Frau, zwischen dem Guten und dem Bösen“ verlaufe.

Dieser Kampf zwischen Gut und Böse sei der Lauf der menschlichen Geschichte: „Sie ist wie eine Fahrt auf dem oft stürmischen Meer. Maria ist der Stern, der uns zu ihrem Sohn Jesus geleitet, der Sonne, die über allen Dunkelheiten der Geschichte aufgegangen ist (vgl. Enzyklika Spe salvi, 49) und uns die Hoffnung schenkt, derer wir bedürfen: die Hoffnung, dass wir siegen können, dass Gott den Sieg davongetragen hat und dass wir mit der Taufe in diesen Sieg eingetreten sind.“