Maria Magdalena

Jüngerin und Büßerin

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 558 klicks

Maria Magdalena gehört zur Gruppe der Frauen, die Jesus nach Jerusalem begleiteten. Maria Magdalena war während der Kreuzigung, dem Kreuzestod und der Kreuzesabnahme anwesend. Sie wurde am Morgen nach dem Sabbat Zeugin des leeren Grabes und der Botschaft des Engels. Nach Markus und Johannes (Joh 20, 15-17) sah Maria Magdalena als erste den auferstandenen Christus. Diese Botschaft teilte sie auch als erste den anderen Jüngern mit. Aus diesem Grund wurde sie auch „Apostola apostolorum“ (Apostolin der Apostel) genannt.

Maria Magdalena, die um das Jahr 1 in Magdala bei Tiberias geboren wurde, hatte sich Jesus angeschlossen, nachdem er sie „von sieben Dämonen befreit“ hatte (Lk 8,2; Mk 16,9). Sie wird mit verschiedenen Frauengestalten in der Bibel identifiziert. Die Tradition setzt Maria Magdalena mit der namenlosen Frau gleich, die sich Jesus bei einem Gastmahl des Pharisäers Simon zu Füßen warf. Die Frau, die für ihren ausschweifenden Lebenswandel bekannt war, weinte und begann die von ihren Tränen benetzten Füße Jesu mit ihrem Haar zu trocknen und zu salben. Simon empfand das Verhalten als unpassend, doch Jesus verteidigte Maria Magdalena und vergab ihr ihre Schuld (vgl. Lk 7, 36-50).

Maria Magdalena wird nicht nur mit der namenlosen Frau beim Gastmahl, sondern auch mit Maria von Bethanien gleichgesetzt. Sechs Tage vor dem Passahfest war Jesus Gast bei einem Mahl in Bethanien, als Maria Magdalena den gesamten Inhalt eines Salbgefäßes über das Haupt Jesu ergoss. Während einige der Jünger darin eine Verschwendung sahen, befürwortete Jesus die Tat, da sein Leib nun für das Begräbnis gesalbt sei (vgl. Mt 26,6-16; Mk 14,3-11).

Die „Legenda Aurea“ berichtet über Maria Magdalena, dass sie während der Christenverfolgungen zusammen mit ihren Geschwistern Lazarus und Martha, ihrer Magd Martilla sowie den Jüngern Maximin und Cedonius auf ein Schiff verbracht worden sei, das ohne Segel und Steuer ins offene Meer hinausgestoßen worden sei. Die Gruppe sei dennoch schließlich wohlbehalten in Marseille angekommen. Maria Magdalenas Bruder, Lazarus, sei Bischof von Marseille, Maximin Bischof von Aix-en-Provence geworden. Maria Magdalena aber habe sich in die Einöde zurückgezogen, wo sie als Büßerin gelebt habe. Als sie gespürt habe, dass ihr Tod sich nähere, habe sie einen an ihrer Höhle passierenden Einsiedler darum gebeten, Maximin eine Botschaft auszurichten. Maximin sollte am Ostertag allein in seiner Kirche sein. Maria Magdalena sei an besagtem Tag von Engeln dorthin getragen worden, um ihre letzte Kommunion aus der Hand ihres Bruders zu empfangen. Als sie starb, hätten die Engel sie in den Himmel emporgehoben.