Maria, Mutter vom Guten Rat - Madonna del Buon Consiglio

Festtag im Bistum Essen

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 496 klicks

Im Bistum Essen wird heute der Festtag der „Maria, Mutter vom Guten Rat“ begangen. Die „Goldene Madonna“, wie die Holzskulptur aus ottonischer Zeit genannt wird, wurde am 8. Juli 1959 von Papst Johannes XXIII. zur ersten und besonderen Patronin des Bistums Essen ernannt. Am 10. Oktober desselben Jahres wurde die Madonna aus der Schatzkammer an ihren heutigen Aufbewahrungsort, die Marienkapelle im linken Seitenschiff, verbracht. Die kunsthistorisch äußerst bedeutende Marienskulptur, — sie ist die älteste vollplastische Mariendarstellung der Welt – wurde 2003/2004 untersucht, konserviert und gereinigt.

Die „Goldene Madonna“ zieht täglich Gläubige an, die zum Gebet in der Kapelle verweilen. Am Sonntag, dem 13. Oktober, wird das Bistum Essem das Hochfest der Bistumspatronin „Maria, Mutter vom Gute Rat“ feiern, während in Rom Papst Franziskus Europa der Jungfrau Maria weihen wird. 

Die Bezeichnung „Mutter vom Guten Rat“ ist eine Übersetzung der lateinischen Bezeichnung „Mater boni consilii“. Es handelt sich dabei um eine Anrufung für Maria, die Papst Leo XIII. per Dekret („Ex quo Beatissima Vergine“) in die Lauretanische Litanei einfügte. Insbesondere die Augustiner-Eremiten, die einen der wichtigsten Wallfahrtsorte der „Mutter vom Guten Rat“ in Genazzano in Latium betreuen, förderten ihre Verehrung.

An dem Ort, wo heute das Marienheiligtum der „Madonna del Buon Consiglio“ in Genazzano steht, befand sich bis zum 15. Jahrhundert eine Kirche aus dem 10. Jahrhundert. Im Jahr 1356 übernahmen Augustiner-Eremiten die Pflege der Kirche. In der Mitte des 15. Jahrhunderts stellte eine betagte Stifterin ihre Güter zur Verfügung, um damit die Kirche entsprechend ausbauen zu lassen. Doch die finanziellen Mittel reichten nicht aus, und die Bauarbeiten mussten eingestellt werden. Die Stifterin fiel dem Gespött der Bevölkerung zum Opfer; sie aber antwortete, sicher zu sein, dass der Bau mit der Hilfe des heiligen Augustinus noch vor ihrem Tod fertiggestellt werde. Noch nicht einmal ein Jahr später, am 25. April 1467, ereignete sich ein Wunder: Ein Bild der Jungfrau Maria erschien auf einer Innenwand der Kirche; das Ereignis sollte sich bis zum 14. August allein 161-mal wiederholen. Die Menschen strömten von nah und fern heran, um das Bild zu verehren. So sandte Papst Paul II. 1467 zwei Gesandte nach Genazzano, um die Situation und Echtheit der Ereignisse vor Ort untersuchen zu lassen. Seit 1467 sind Wallfahrten nach Genazzano zur „Madonna del Buon Consiglio“ dokumentiert. Auch viele Päpste besuchten das Marienheiligtum, zuletzt der selige Johannes Paul II. am 22. April 1993.