Maria Regina - Maria Königin

Maria, Regina pacis, ora pro nobis!

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ROM, 22. August 2012 (ZENIT.org). - Am 22. August, eine Woche nach dem Hochfest der „Aufnahme Mariens in den Himmel“, wird der Gedenktag „Maria Königin“ gefeiert.

In der bildenden Kunst finden sich zahlreiche Darstellungen zu diesem Thema. Ikonographisch muss man dabei aber zwischen der „Krönung Mariens“ und der Darstellung als „Maria Regina“ unterscheiden. Die erstgenannte Szene beschreibt nämlich den Moment, in dem die Jungfrau Maria von Christus, Gott Vater oder der heiligen Dreifaltigkeit gekrönt wird und diese Handlung das Hauptmotiv der Darstellung ist. Unter „Maria Regina“ hingegen versteht man das Abbild der Madonna mit dem Kind, über deren Haupt Engel eine Krone halten, oder das der gekrönten Madonna, über deren Haupt Engel schweben.

In Santa Maria Maggiore, einer der vier Papstbasiliken und der sieben Pilgerkirchen in Rom, befindet sich im Apsismosaik eine der bekanntesten Darstellungen einer „Marienkrönung“. Schon die Gründungsgeschichte von Santa Maria Maggiore ist eng mit der Jungfrau Maria verbunden. Der Legende nach war nämlich Maria im Traum Papst Liberius und einem Patrizier erschienen und hatte beiden den Auftrag erteilt, auf dem Esquilinhügel an der Stelle eine Kirche zu errichten, wo Schnee fallen werde. Tatsächlich war am 5. August 352 der zukünftige Bauplatz auf dem Esquilin mit einer Schneedecke überfangen. Papst Liberius soll den Grundriß in den Schnee gezeichnet haben, der Patrizier stellte im Anschluß die für den Bau erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung. Noch heute feiert man in Santa Maria Maggioream 5. August im Gedenken an diesen Vorfall „Mariä Schnee“. Die Basilika wird trägt deshalb auch die Namen „Santa Maria della Neve“ und „Basilika Liberiana“.

Papst Nikolaus IV. ließ im 13. Jahrhundert Umbauarbeiten an der Basilika durchführen, unter anderem ließ er die Apsis abreißen und einige Meter versetzt neu errichten. Mit der Ausgestaltung der Apsis wurde Jacopo Torriti beauftragt. Der Franzikanermönch, der bereits die Apsis von San Giovanni in Laterano mit Mosaiken ausgeschmückt hatte, brachte auch in der Apsis von Santa Maria Maggiore ein prächtiges Mosaik an.

In der Wölbung dieser Apsis ist die Krönung der Muttergottes dargestellt. Maria sitzt zur Rechten Christi, der ihr Haupt mit seiner rechten Hand bekrönt. Christus und Maria sind zentral auf einem Thron sitzend abgebildet. Die Szene wird von Engeln und Heiligen begleitet. Zur Linken und Rechten des Tondo sind Petrus und Paulus, der heilige Franziskus, Papst Nikolaus IV., Johannes der Täufer, der Evangelist Johannes, der heilige Antonius und Kardinal Colonna dargestellt.

Zur inhaltlichen Bedeutung des heutigen Festtages „Maria Königin“ führte Papst Benedikt XVI. am 22. August 2010 aus: „Natürlich hängt das Königtum Mariens völlig vom Königtum Christi ab: Er ist der Herr, den der Vater nach der Schmach des Todes am Kreuz über alle anderen Geschöpfe im Himmel, auf der Erde und unter der Erde erhöht hat (vgl. Phil 2,9–11). Durch einen Plan der Gnade befindet sich die Unbefleckte Mutter vollends im Zusammenhang mit dem Geheimnis ihres Sohnes: mit seiner Menschwerdung; seinem irdischen, zunächst in Nazaret verborgenen und dann im messianischen Dienst offenbar gewordenen Leben; seinem Leiden und Tod; und schließlich mit der Herrlichkeit der Auferstehung und Himmelfahrt. … Ja, Maria ist die erste, die den 'Weg' beschritten hat, den Christus eröffnet hat, um in das Reich Gottes einzugehen, einen Weg, der den Niedrigen und all jenen zugänglich ist, die sich dem Wort Gottes anvertrauen und sich darum bemühen, es in die Tat umzusetzen.“

Vor den heute in Castel Gandolfo versammelten Gläubigen richtete Papst Benedikt XVI. folgende Worte an die deutschsprachigen Pilger: „Die Kirche feiert heute den Gedenktag Maria Königin. Es ist der achte Tag nach dem Hochfest ihrer Aufnahme in den Himmel. In dem dogmatischen Text 'Lumen gentium'des Zweiten Vatikanischen Konzils wird gesagt: 'Maria wurde als Königin des Alls vom Herrn erhöht, um vollkommener ihrem Sohn gleichgestaltet zu sein, dem Herrn der Herren' (Nr. 59). Das Königtum Christi, wir wissen es, ist ganz durchwoben von Demut, Dienen, Liebe und unterscheidet sich so von irdischen Reichen und Machtblöcken. Das gleiche gilt für Maria: Sie ist Königin im Dienst für Gott und für die Menschen. Sie ist eine Königin der Liebe, die ihre Hingabe an Gott lebt und so in den Plan der Erlösung Gottes für die Menschen eintritt. Als Königin des Himmels ist sie Gott ganz nahe. Aber weil sie Gott nahe ist, ist sie uns nahe. Als eine Mutter, die uns liebt und kennt, will sie uns allen nahe sein. Ihr mütterlicher Segen möge euch auf allen euren Wegen begleiten.“ [bd]