Maria Sedes Sapientiae: Im Zeichen der Ikone

Rumänische Universitätsstudenten überreichen Australiern Marienbild

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ROM, 17. Dezember 2008 (ZENIT.org).- „Die Weitergabe der Ikone ‚Maria Sedes Sapientiae' von einer rumänischen Delegation von Studenten an jene aus Australien, erinnert uns daran, dass dieses große ‚Netz’ von Jugendlichen in der Welt stets aktiv und in Bewegung ist“, so Benedikt XVI. während eines Treffens mit den Universitätsstudenten am vergangenen Donnerstag im Petersdom.

Am Ende dieses Treffens wurde die Ikone „Maria Sedes Sapientiae“, eine Geschenk von Papst Johannes Paul II. an die Universitätsstudenten, von der rumänischen Delegation, angeführt von Erzbischof Ioan Robu, an die australische Studenten, die von Kardinal George Pell begleitet wurden, weitergegeben.

„Seitdem ich von dieser Ikone gehört habe, die von Land zu Land weitergegeben wird, sehe ich in ihr eine Art besonderes Symbol. Als wäre dies ein Zeichen aus der Heiligen Schrift oder eines für unsere Zeit“, so der Erzbischof von Bukarest, Ioan Robu, zur Bedeutung der Ikone Maria Sedes Sapientiae für die rumänischen Universitätsstudenten. In einem Interview mit der italienischen Nachrichtenagentur SIR Europa sprach Erzbischof Robu über die Lage der Pastoral an rumänischen Universitäten sowie über die Rolle, welche jene Pastoral für Rumänien und ganz Europa spielt.

--Dieses Jahr fand das Treffen der nationalen Delegationen für Universitätspastoral in Bukarest statt, das vom Rat der europäischen Bischofskonferenzen organisiert worden war. Wie ist die aktuelle Lage der Universitätspastoral in Rumänien?

Erzbischof Robu: Um über die Lage der Universitätspastoral in Rumänien zu sprechen, muss eines klargestellt werden: Sie steckt noch in Kinderschuhen.

Das Treffen der einzelnen Delegationen in Bukarest, war für uns ein Anlass, noch einmal über die Notwendigkeit des Ganzen nachzudenken, und auch um uns der Tatsache klar zu werden, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, um das Niveau anderer Länder zu erreichen, die ihrerseits dem Kommunismus entgangen sind und daher getrost von einer Tradition in Sachen Universitätspastoral sprechen können.

Es gibt natürlich auch in Rumänien Universitäten, an denen die Kirche versucht hat, sofort nach dem Fall des kommunistischen Regimes 1989, diese Tradition wiedereinzuführen, die 1948 unterbrochen worden war. Trotz allem befinden wir uns nach wie vor am Beginn dieser Tätigkeit an unseren Universitäten“.

--Gibt es in Rumänien gemeinsame pastorale Veranstaltungen der katholischen und der orthodoxen Kirche?

Erzbischof Robu: Von gemeinsamen Veranstaltungen der beiden Kirchen zu sprechen, erscheint mit übertrieben. Es gibt ein paar Kontakte, Gespräche mit einzelnen orthodoxen Universitätskaplänen, wenige Momente des gemeinsamen Gebets, das ist alles. Auch die Orthodoxen sind ganz am Anfang und ohne Erfahrung, was dieses Gebiet betrifft, genauso wie wir. Wir hoffen aber mit der Zeit gemeinsame Veranstaltungen in Sachen Universitätspastoral zu haben.

Meiner Ansicht nach ist es jedoch notwendig, dass zuerst jede der beiden Kirchen für sich selbst entscheidet, was sie möchte, und erst dann kann man beginnen, zusammenzuarbeiten, wenigstens in gewissen Bereichen. Die Natur selbst macht auch keine Sprünge - und ebenso wenig diese Erfahrung an den Universitäten, die uns auf verschiedenste Art und Weise herausfordert“.

--Was ist die Aufgabe der Universitätspastoral in Rumänien und Europa heutzutage?

Erzbischof Robu: Wie im restlichen Europa ist es auch in Rumänien Aufgabe der Pastoral, den Studenten und Dozenten zu helfen, zur Vollkommenheit zu gelangen, zu einer Reifung, welche der Glaube mit sich bringt; zum Schluss zu kommen, dass Vernunft und Glaube sich gegenseitig ergänzen, eben ohne sich einander zu verschließen; die Autorität des Lehramtes der Kirche anzunehmen, bezüglich der Lehre der Wahrheit, die den Menschen in seiner Herkunft sowie in seinem Schicksal ausmacht; sich nicht nihilistischen Versuchungen hinzugeben, sondern an der Erlösung festzuhalten, die uns Jesus Christus durch seinen Tod und seine Auferstehung gebracht hat“.

--Was möchten Sie den europäischen Universitätsstudenten sagen?

Erzbischof Robu: Sie sollen die selige Jungfrau Maria ehren und lieben, sie in allen Lebenslagen anrufen und aus ganzem Herzen der Lehre der Kirche vertrauen, aus der wir geboren sind, der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche.

[© SIR vom 14.12.2008. Übersetzung des italienischen Originals von Katharina Marschall.]