Maria, Stern der Neuevangelisierung

Msgr. Rino Fisichella über den Glauben Marias

| 1128 klicks

von Antonio Gaspari

PARIS, 17. August 2012 (ZENIT.org). - Am Tag, an dem die Kirche die Aufnahme Mariens in den Himmel feiert, erklärte Msgr. Rino Fisichella in der Kathedrale Notre-Dame de Paris, warum man Maria als den „Stern der Neuevangelisierung“ betrachten könne.

Die Evangelien berichteten nichts über eine „Mission“ Mariens. Dennoch sei der Missionsbegriff aus dem Leben der Jungfrau nicht wegzudenken. Von Bethlehem bis Nazareth, durch die Landschaften Judäas und Galiläas und bis zum Golgota begleite Maria die gesamte Geschichte vor, mit und nach Jesus.

Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung betonte, dass „die Geheimnisse des Lebens Mariens sich auf einzigartige Weise mit Christus verweben und die Krönung der Erlösungsgeschichte bilden.“ Durch ihr Leben begreife man „die Bedeutung des Glaubens, der vertrauensvolle Hingabe an Gott ist“. Es sei offensichtlich, dass „Maria ihre Rolle im Plan der Erlösung der Menschheit in völliger Ergebenheit und Hingabe an den Heiligen Geist“ lebe.

In diesem Zusammenhang, erläuterte Msgr. Fisichella weiter, sei ihre Aufnahme in den Himmel zwar „ein Mysterium, das nicht unmittelbar verständlich ist“, das aber „zur Logik der Offenbarung“ gehöre.

„Maria“, fügte der Prälat hinzu, „ist wie eine Zusammenfassung des menschlichen Daseins […]. Wir alle können in Maria eine Erlebniswelt wiederfinden, die unserer eigenen nahe steht.“ In ihrem Gehorsam und ihrer Fügung in den Willen des Heiligen Geistes zeige Maria eine „weibliche Hingabebereitschaft“ und zeige, wie die Kirche den Plänen des Heiligen Geistes dienen müsse.

Msgr. Fisichella nannte Maria „die erste gläubige Christin. Maria glaubt, hofft und liebt.“ Wenige Wochen vor Beginn des Jahrs des Glaubens erklärte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Neuevangelisierung, dass vor dem Hintergrund einer der schwersten Glaubenskrisen der Menschheitsgeschichte die Christen von heute berufen seien, sich am Glauben Mariens ein Beispiel zu nehmen, um „in ihrer Fügsamkeit die Kraft zu finden, den Willen des Vaters zu tun.“

Denn, so Msgr. Fisichella, „wir müssen über unseren Glauben Rechenschaft ablegen. Wir sind als Zeugen auf die Straßen der Welt ausgesandt worden. Die Welt von heute hört nicht auf Lehrmeister. Sie braucht Zeugen, die es verstehen, die Freude der Begegnung mit Christus vorzuleben. Das ist es, was die Menschen von heute erwarten.“

Dabei dürfe man nie vergessen, „dass wir nicht die Überbringer einer menschlichen Weisheit sind, sondern eine Verkündung bringen, die von Gott selbst kommt. Wir sind Zeugen eines Glaubens, der trotz aller Wechselfälle des Lebens immer eine Herausforderung bleibt, die man in Freiheit und Gehorsam gegenüber Gott annehmen muss.“

[Übersetzung des italienischen Originals von Alexander Wagensommer]