Maria wartet auf die Antwort ihrer Kinder: Jubiläumsfeiern in Fatima mit Kardinal Bertone

Vom 13. Mai bis zum 13. Oktober 1917 erschien die Jungfrau Maria drei Hirtenkindern

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FATIMA, 18. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Maria erbittet unsere Umkehr und Buße und sucht einfache Herzen, die bereit sind, für andere zu beten. Das ist die Botschaft, die Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone SDB im Namen des Heiligen Vaters den Teilnehmern der Jubiläumsfeiern in Fatima (Portugal) mitgegeben hat. Die Feiern wurden aus Anlass des 90. Jahrestages der Marienerscheinung am 12. und 13. Oktober begangen.



Vom 13. Mai bis zum 13. Oktober 1917 war die Gottesmutter den drei Hirtenkindern Lúcia dos Santos, Jacinta und Francisco Marto in der Cova de Iría erschienen.

Am Freitag wohnte Kardinal Bertone im portugiesischen Wallfahrtsort der Einweihung der neuen Wallfahrtskirche „Santissima Trindade“ bei, in der 8.600 Menschen Platz finden. Die weltweit viertgrößte katholische Kirche steht unmittelbarer Nähe des Ortes, an dem die Jungfrau Maria den Hirtenkindern erschienen sein soll.

Über Satellitenverbindung schloss sich Papst Benedikt XVI. am Sonntag den Feierlichkeiten in Fatima an. Vor dem Angelus-Gebet erbat er von der Jungfrau Maria für alle Christen „das Geschenk einer wahren Umkehr, auf dass die ewige Botschaft des Evangeliums, die der Menschheit den Weg des wahren Friedens weist, mit Wahrhaftigkeit und Treue verkündet und bezeugt werde“.

Kardinal Bertone betonte am selben Tag während des Pontifikalhochamts, dass Fatima bis heute „ein tröstlicher Leuchtturm der Hoffnung“ sei, „aber auch eine starke Aufforderung zur Bekehrung“. Die Jungfrau, „die vom Aussatz der Sünde verschont blieb, lebte in ständiger Dankbarkeit gegenüber Gott und wurde so zu einer Ikone des Heils“, fuhr der Staatssekretär Seiner Heiligkeit fort. „Sie zeigt sich den Hirten im glänzenden Licht. In ihren Worten, und manchmal auch in ihrem Gesicht, das von Momenten der Trauer verhüllt wird, taucht immer wieder der Bezug zur Realität der Sünde auf.“

Der päpstliche Legat erinnerte die Gläubigen daran, dass die Mutter Jesu den drei Seherkindern ihr unbeflecktes Herz gezeigt habe, „das mit Dornen gekrönt ist“, und dass sie ihnen dabei erklärt habe, „dass ihre Gebete und Opfer notwendig sind, um die vielen Übel zu heilen, die Gott verletzen, um den Krieg zu beenden und den Frieden in der Welt wiederherzustellen“. Die Sprache, derer sich Maria bediente, sei zwar „einfach“ und „für Kinder angemessen“ gewesen, habe die drei Hirtenkinder aber dennoch „sehr realistisch in das Drama des Lebens“ einzuführen vermocht.

Sie habe die Kinder zur Zusammenarbeit aufgefordert und ihnen, als sie ihre Bereitschaft wahrnahm, eröffnet: „Ihr werdet viel zu leiden haben, aber die Gnade wird euer Trost sein.“ In diesem Zusammenhang betonte Kardinal Bertone: „Die Jungfrau erwählt unschuldige Kinder zu ihren bevorzugten Mitarbeitern, um mit den Waffen des Gebets und der Buße, durch Opfer und Leiden den schrecklichen Aussatz der Sünde zu bekämpfen, die die Menschen korrumpiert.“

Die Muttergottes sei so vorgegangen, „weil dies der Methode Gottes entspricht: ‚Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen‘“, fügte Kardinal Bertone mit 1 Kor 1,27 hinzu.

Er würdigte anschließend das Beispiel der „kleinen Apostel Christi“ – so vieler Kinder, „die Leid und Krankheit mit innerem Frieden ertragen haben und das auch heute noch tun, und in Zeiten so großer Prüfungen sogar noch ihren Eltern Trost spenden“. Der Kardinal verwies diesbezüglich an einen Jungen namens Silvio Dissegna aus dem Piemont, „der im Alter von zwölf Jahren an Krebs starb und dessen Seligsprechungsverfahren bereits eingeleitet worden ist“.

Das Licht, das Maria in den Augen der Hirten aufstrahlen ließ, und dass sie durch das Sonnenwunder am 13. Oktober 1917 so vielen Menschen offenbaren wollte, zeigt nach Worten von Kardinal Bertone, „dass die Gnade Gottes stärker ist als jede Sünde, ja sogar stärker als der Tod.

Aber Maria erbittet von uns allen Bekehrung und Buße; sie sucht einfache Herzen, die großzügig sind und bereit, für die Wiedergutmachung der Sünden, für die Bekehrung der Sünder und für die Rettung der Seelen zu beten und zu leiden“, bekräftigte Kardinal Bertone abschließend. „Maria wartet auf eine Antwort aller ihrer Kinder! Nehmen wir doch ihre Einladung an, und bleiben wir unserer christlichen Berufung treu.“