Mariazell und Sibiu 2007 – christliche Erneuerung Europas

Presskonferenz mit Kardinal Schönborn in Wien

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WIEN, 31. August 2007 (ZENIT.org).- Der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Österreich (7. – 9. September) und die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung in Rumänien (4. – 9. September) stellen beide großartige Gelegenheiten dar, um die Botschaft Jesu nach Europa zu tragen. Das bekräftigten gestern, Donnerstag, der evangelisch-lutherische Bischof Sturm, Bischofsvikar Dura und der Wiener Erzbischof Kardinal Schönborn bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in der Wiener Innenstadt.



Kardinal Schönborn brachte Ökumene mit Worten Benedikts XVI. auf den Punkt: „Die Vereinigung mit Christus ist zugleich eine Vereinigung mit allen anderen, denen er sich schenkt. Ich kann Christus nicht allein für mich haben, ich kann ihm zugehören nur in der Gemeinschaft mit allen, die die Seinigen geworden sind oder werden sollen. Die Kommunion zieht mich aus mir heraus zu ihm hin und damit zugleich in die Einheit mit allen Christen“ (Deus caritas est, 14).

Bei diesen Worten handle es sich um einen Kerngedanken, den man sich in der Ökumene immer wieder „zusagen und auch zumuten“ sollte. „In dem Maß, in dem wir auf Christus zugehen, gehen wir aufeinander zu – wie die Speichen eines Rades, die auf die Mitte zugehen. Und in dieser Mitte sind wir auch wirklich beieinander.“

Mit Blick auf den bevorstehenden Besuch des Bischofs von Rom stellte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz fest: „Die entscheidende Reform, von der Papst Benedikt immer spricht und die auch – so glaube ich – das Grundanliegen der Reformation war, ist eine neue Zuwendung zu Christus. Ich bin sicher, dass er sich die tiefgreifenden Veränderungen von da her erwartet. Wenn man sozusagen bereit ist, sich auf das Motto seiner Reise einzulassen, dann verspricht das große Überraschungen. Denn die großen Erneuerungen in der Kirche sind immer dadurch gekommen, dass Menschen sich neu auf den Kern dieses Glaubens besonnen und aus diesem Impuls heraus wirklich dann auch Gesellschaft und Kirche verändert haben. Das ist meine Erwartung an Papst Benedikt.“

Der evangelisch-lutherische Bischof Sturm wies darauf hin, dass durch die Gleichzeitigkeit des Papstbesuches und der ökumenischen Versammlung die Botschaft der Christen gewissermaßen „stereophonisch“ europaweit zu hören sein werde.

Bischofsvikar Dura verlas eine Botschaft des griechisch-orthodoxen Metropoliten Michael Staikos. Darin heißt es unter anderem: „Im Gnadenbild von Mariazell weist Maria auf das Kind Jesu hin. Die Statue ist eine einprägsame Illustration des Mottos für den Papstbesuch ‚Auf Christus schauen‘. Und dieses Motto passt sehr gut mit dem Leitwort der Dritten Europäischen Versammlung zusammen: ‚Das Licht Christi scheint auf alle‘.“

Die Gleichzeitigkeit von Sibiu und Mariazell sei ein Hinweis darauf, dass die Christen Europas „miteinander unterwegs sind, als das ‚pilgernde Volk Gottes‘. Sie sind miteinander unterwegs und sie bemühen sich, ein gemeinsames Zeugnis für die Wahrheit des Evangeliums zu geben.“

Unter dem Motto „Das Licht Christi scheint auf alle – Hoffnung auf Erneuerung und Einheit in Europa“ werden vom 4. bis zum 9. September mehr als 2.000 Delegierte der verschiedenen christlichen Konfessionen im rumänischen Sibiu (Hermanstadt) zur Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung (EÖV3) zusammenkommen. Die Begegnung in der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt, an der unter anderem Bartholomaios I. (Patriarch von Konstantinopel), Bischof Wolfgang Huber (Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland) und Kardinal Walter Kasper (Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen) teilnehmen, wird von der Konferenz der (nichtkatholischen) Europäischen Kirchen und des Rates der (katholischen) Europäischen Bischofskonferenzen veranstaltet.

Papst Benedikt XVI., der sich vom 7. bis zum 9. September anlässlich des 850-Jahr-Jubiläums von Mariazell in Österreich aufhält (vgl. www.papstbesuch.at).-, wird den christlichen Vertretern in Sibiu eine besondere Grußbotschaft zukommen lassen.