Marienmonat Mai: Schwester Emmanuelle über das Ave Maria

| 768 klicks

ROM, 30. Mai 2012 (ZENIT.org). - Schwester Emmanuelle, 1908 als Madelaine Cinquin in Brüssel geboren, arbeitete als Lehrerin in den Schulen ihrer Kongregation „Unserer Lieben Frau von Sion“ in der Türkei, Tunesien und Ägypten.

Sie entschloss sich nach ihrer Pensionierung im Alter von 62 Jahren, den Armen in den Elendsvierteln von Kairo zu helfen. 20 Jahre arbeitete und lebte sie mit den Ärmsten der Armen, aß mit ihnen ihre Speisen und lebte wie sie in Unterkünften ohne Strom und Wasser.

Viele Gläubige wandten sich mit der Bitte um Rat an sie, und sie versuchte stets, eine den Fähigkeiten und der Lage des Hilfesuchenden entsprechende Lösung vorzuschlagen. Ihre Liebenswürdigkeit, ihr Verständnis, ihre Großzügigkeit und ihre Lebensfreude waren ihr bei der Bewältigung der oft schwierigen Aufgaben hilfreich und öffneten die Herzen der Menschen. Sie schaffte es, in Harmonie mit den Anhängern anderer Glaubensgemeinschaften zu leben und zusammenzuarbeiten, weil sie Respekt vor dem Glauben der anderen hatte und die Andersartigkeit stets als Bereicherung betrachtete. Auch im hohen Alter nahm sie noch an Tagungen, u.a. organisiert von der Comunità Sant'Egidio in Rom, teil, um mit hohen Würdenträgern über wichtige Religionsfragen zu diskutieren. Schwester Emmanuelles Arbeit war ein bedeutender Beitrag zum interreligiösen Dialog und damit zum Frieden.

Ein sehr schönes Zeugnis ihres festen Glaubens und ihrer Lebenseinstellung sind ihre Anmerkungen zum „Ave Maria“. Die Jungfrau Maria, so Schwester Emmanuelle, sei immer ihr Stern gewesen. Das Leben gleiche manchmal einem Boot, das in ein heftiges Unwetter gerät, so dass selbst die Sterne am Himmel nicht mehr sichtbar sind. In einem solchen Moment rufe Maria und dein Boot wird nicht untergehen, wie der heilige Bernhard gesagt habe. Oft habe sie sich an die Jungfrau Maria als Vermittlerin gewandt und immer habe sie Hilfe erhalten, das schönste Gebet für Schwester Emmanuelle bleibt das „Ave Maria“. Maria sei schön, rein und voller Liebe. Indem Jesus ihr Johannes anvertraute, habe er die ganze Menschheit in ihre Obhut gelegt, so dass sie für jeden, wie Schwester Emmanuelle erklärt, Sorge trage. Maria ist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht ihres Leibes. Gebenedeit bedeutet „Gutes sagen, Gutes wollen und Gutes geben“.* Maria bedeutet Liebe, Freude und Glück. Schwester Emmanuelle schließt mit den Worten: „Dieses Gebet ist so einfach. Und wenn du nicht zu beten weißt, in einem Moment, ist es das beste Gebet. Wenn du nicht zu beten weißt, wende dich an Maria und dein Gebet wird etwas Wunderbares.“*[bd]

*Die Zitate Schwester Emmanuelles sind eine Übersetzung aus dem Italienischen und stammen aus dem Buch „Suor Emmanuelle: „Sono una delle donne più felici della terra“. Colloqui con Angela Silvestrini. Edizioni San Paolo. Cinisello Balsamo (Milano) 2011.