Marsch der Hoffnung in Kinshasa

Bischöfe der Demokratischen Republik Kongo wehren sich gegen Bürgerkrieg

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KINSHASA, 3. August 2012 (ZENIT.org). – Vorgestern, am 1. August, fand in Kinshasa ein von den Bischöfen der Demokratischen Republik Kongo organisierter „Marsch der Hoffnung“ statt. Die Veranstaltung richtete sich gegen die sogenannte „Balkanisierung“ des Landes, das infolge des Bürgerkriegs im Norden der Region Kivu auseinanderzubrechen droht.

In einem vom Nachrichtendienst FIDES veröffentlichten Artikel berichtete Léonard Santedi, Generalsekretär der kongolesischen Bischofskonferenz CENCO, dass dem Marsch ein Gebetstriduum für Frieden und nationale Einheit vorausgegangen sei. Vom 31. Juli bis zum 1. August wurde täglich nach der Messe ein Gebet für den Frieden gesprochen.

Santedi betonte in seinem Artikel, dass am „Hoffnungsmarsch“ jeder habe teilnehmen können, Männern wie Frauen, vereint in der Hoffnung auf Frieden, und dass er selbst hoffe, diese Veranstaltung möge der Auftakt zu einem gesteigerten Bewusstsein der nationalen Einheit werden. „Der Kongo ist unser Erbe, das wir bewahren müssen“, heißt es im Artikel.

FIDES erwähnte auch, dass die CENCO im August in allen kongolesischen Diözesen Spenden in Form von Geld und Hilfsgütern sammeln werde, um der Bevölkerung im Kivu zu helfen, die „Opfer eines ungerechten Krieges“ sei. Im Rahmen dieser Spendensammlung seien auch katholische Musiker aufgefordert worden, Benefizkonzerte zu veranstalten, um weitere Gelder zu finden.

Im Norden der Region Kivu weichen die kongolesischen Truppen zunehmend dem Vormarsch der Rebellen des M23, einer Guerillabewegung, die überwiegend aus ehemaligen Regierungssoldaten besteht, die nach den letzten Friedensverhandlungen desertierten. Die Rebellen scheinen besser ausgerüstet und bewaffnet zu sein als die Regierungstruppen. Die Regierung des Nachbarstaats Rwanda wird verdächtigt, die Rebellen mit Waffen und Munition zu unterstützen. Dieser Verdacht führte unter anderem dazu, dass die USA, Großbritannien und die Niederlande ihre Zahlung von Entwicklungshilfe für Rwanda einstellten.

[Übersetzung des italienischen Originals von Alexander Wagensommer]