Materiell arm, geistig reich: Äthiopiens vertrauensvoller Weg in das dritte Jahrtausend

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ADDIS ABEBA, 18. September 2007 (ZENIT.org).- In Äthiopien hat man vor kurzem die Feier des Jahres 2000 begangen. Erzbischof Berhaneyesus Demerew Souraphiel von Addis Abeba hofft, dass Äthiopien im neuen Jahrtausend als entwicklungsfähiges Land bekannt werde.



Dem äthiopischen Kalender zufolge, der auf antiken ägyptischen astronomischen Berechnungen und dem koptischen, hebräischen und julianischen Kalender basiert, wurde das neue Millennium am vergangenen Dienstag eingeläutet. Das nun anbrechende Jahr sei von „großer Bedeutung“, bekräftigte Erzbischof Souraphiel, Mitglieder der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, gegenüber „Radio Vatikan“.

Gestern, Sonntag, feierten alle Bischöfe Äthiopiens gemeinsam ein Pontifikalhochamt. Während der Eucharistiefeier nahmen sie ein vom Heiligen Vater in Loreto (Italien) gesegnetes Kreuz in Empfang, das nach Angaben des Erzbischofs „nun in alle Diözesen pilgern wird – als Zeichen dafür, dass Äthiopien ein uraltes christliches Land ist und dass unser Herr Jesus Christus dieses Land stets behütet hat“.

Das neue Jahrtausend biete „eine besondere Gelegenheit, Äthiopien bekannt zu machen, und zwar nicht als das Land des Hungers und der Dürre, sondern als eine Nation, die auf dem Weg der Entwicklung wahrhaft Fortschritte macht“. Die Kirche spiele bei der Verbreitung einer neuen Wertschätzung Äthiopiens „eine entscheidende Rolle“, denn sie wolle, dass die Menschen „hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.“

Der 59 Jahre alte Erzbischof äußerte, dass die Kirche während des Jubeljahres ihre Gläubigen besonders dazu ermutigen werde, ihrem Glauben treu zu sein, ihn zu vertiefen, ihn persönlich zu leben und die äthiopische Spiritualität miteinander zu teilen. Der Glaube sollte dann in Werken der Nächstenliebe konkret sichtbar werden – in der Gastfreundlichkeit gegenüber den Armen und den Kranken, besonders aber gegenüber den Aidskranken. Auf diese Weise würden die Gläubigen „eine Hoffnung für dieses Land, dass bislang nur als armes Land bekannt war, das jedoch keineswegs unter geistiger Armut leidet“.

Die Bischöfe wollen die Gläubigen außerdem darin bestärken, in ihrer Heimat zu bleiben und „nicht daran zu denken, in den Nahen Osten, nach Europa oder Amerika auszuwandern, weil das Paradies dort auch nicht zu finden ist“. Die Situation in Äthiopien müsse „durch Bildung, Medizin und Entwicklung verbessert“ werden.

Angesichts der andauernden Konflikte und politischen Instabilität sprach sich Erzbischof Souraphiel für das „Gebet um Frieden aus, weil es die Grundlage für Entwicklung, für eine Änderung der Dinge, für ein Zusammenleben mit unseren Nachbarn ist. Wir wollen diese Situation umkehren, damit die Menschen und Nationen friedlich zusammenleben können. Das wird dann zu dauerhaften Lösungen führen.“

Zu diesem Zweck arbeite die Kirche mit allen katholischen Organisationen zusammen, führte Erzbischof Souraphiel aus. „Und wir sind wirklich glücklich und stolz darauf, Teil der katholischen Weltkirche zu sein. Wo auch immer die katholische Kirche zugegen ist, ist sie Teil der Weltkirche.“

Auch wenn die Katholiken in Äthiopien lediglich ein Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, ist die Kirche durch ein Netzwerk von Institutionen und in über 50 Ordensgemeinschaften aktiv.