Maternus von Köln

Der erste historisch gesicherte Bischof von Köln

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ROM, 14. September 2012 (ZENIT.org). - Maternus von Köln ist der erste historisch gesicherte Bischof von Köln. Urkundlich ist seine Teilnahme als Schiedsrichter am Donatistenstreit 313 belegt. Sein Geburtsjahr, seine Herkunft oder nähere Angaben zur Person des Maternus sind jedoch nicht historisch überliefert. Deshalb kam es, vor allem vom 9. bis zum 11. Jahrhundert, zu einer regen Legendenbildung um den Heiligen.

Der Legende nach sandte Petrus Maternus zusammen mit Eucharius und Valerius an den Rhein, um die Bewohner dieser Gegend zum christlichen Glauben zu bekehren. Maternus verstarb jedoch bereits in Ehl im Elsaß. Seine beiden Weggefährten setzten deshalb ihre geplante Reise nicht fort, sondern kehrten nach Rom zurück und berichteten Petrus vom Tod des Maternus. Daraufhin gab Petrus ihnen seinen Hirtenstab. Eucharius und Valerius nahmen ihre Wanderung wieder auf und gelangten schließlich mit dem Hirtenstab des Petrus an den Begräbnisort des Maternus. Der schon seit mehreren Wochen im Grab liegende Maternus wurde mit Hilfe des Hirtenstabes zum Leben wiedererweckt.

Maternus gründete anschließend die Gemeinde von Köln und wurde nach dem Tod des Eucharius und des Valerius jeweils Bischof von Tongern und Trier. Der Tod des Maternus wird für das Jahr 328 angenommen.

Der Hirtenstab des Petrus wird heute in der Schatzkammer des Kölner Domes aufbewahrt. Ein Teil des besagten Stabes gelangte aber nach einem Streit zwischen Bruno I. von Köln und Egbert von Trier im Jahr 980 nach Trier. Egbert ließ den erlangten Teil des Hirtenstabes mit einer Hülle aus Goldblech, die mit Edelsteinen, Perlen und Emaille verziert ist, ummanteln. Der Trierer Teil des Petrusstabs wird heute im Domschatz und Diözesanmuseum in Limburg aufbewahrt. 

Vor allem in Köln, Trier, Tongern und im Elsaß wird der Kult des heiligen Maternus gepflegt. In Darstellungen der Bildenden Kunst wird der Heilige stets als Bischof in Pontifikalien und mit dem Pallium wiedergegeben. Entsprechend der Anzahl der drei von Maternus verwalteten Bischofssitze bildete sich ab dem 15. Jahrhundert das dreifache Kirchenmodell als das persönliche Attribut des Heiligen heraus. Eine der frühesten Darstellungen des Maternus findet sich im Egbert-Psalter aus dem 10. Jahrhundert und zeigt den Heiligen als Trierer Bischof in Oranshaltung.

Der 14. September ist der Gedenktag des Maternus von Köln. [bd]