Maximilian Maria Kolbe

Es gibt keine größere Liebe, als wenn jemand sein Leben für seine Freunde hingibt

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ROM, 14. August 2012 (ZENIT.org). - „Durch die heutige Heiligsprechung stellt die Kirche das heroische Lebensopfer von Pater Maximilian Kolbe als höchstes Zeugnis christlicher Nächstenliebe vor Augen. Es geschah im Konzentrationslager von Auschwitz, wo zusammen mit ihm unter unzähligen gemarterten Menschen auch die Dienerin Gottes Edith Stein den Tod gefunden hat“, mit diesen Worten beschrieb Papst Johannes Paul II. während der Heiligsprechung am 10. Oktober 1982 Maximilian Maria Kolbes Wirken. 

1941 wurde Kolbe in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo er als Gefangener 16670 das grausame Schicksal von circa 4.000.000 Menschen teilte.

Maximilian Maria Kolbe wurde in Zdusnka Wola in der Nähe von Lodz am 8. Januar 1894 geboren. 1907 trat er in das Seminar des Minoritenordens der Franziskaner ein und schloß seine Studien in Rom an der Pontificia Università Gregoriana und am „Seraphicum“ ab. Noch zu Studienzeiten gründete Kolbe am 16. Oktober 1917, vor seiner Priesterweihe, die „Militia Immaculatae“, eine Gebetsgemeinschaft, als Ausdruck seiner tiefen Verbundenheit mit Maria. Papst Paul VI. beschrieb während der Seligsprechung am 17. Oktober 1971 den Heiligen und seine Arbeit mit den Worten: „Er ist bekannt als demütiger und sanftmütiger Franziskaner. Mit unglaublichem Mut und einem außergewöhnlichen Organisationstalent baute er die Gemeinschaft auf und verehrte die Mutter Christi.“ Insbesondere die ausgeprägte marianische Devotion berechtige seinen Platz unter den bedeutenden Heiligen, die das Mysterium Mariä erfasst, verehrt und besungen hätten, so Papst Pius VI. weiter.

Einige Monate nach der Gründung von „Militia Immaculatae“ wurde Maximilian Maria Kolbe am 28. April 1918 zum Priester geweiht. Nach seiner Rückkehr in seine polnische Heimat war er publizistisch tätig und gab die Monatsschrift „Rycerz Niepokalanej“ heraus, die 1938 eine Auflage von 1.000.000 Exemplaren erreichte.

1927 gründete Kolbe das religiöse Zentrum „Niepokalanbw“. Drei Jahre später, im Jahr 1930, reiste er nach Japan, wo er ein ähnliches Zentrum gründete. Nach seiner Rückkehr nach Polen widmete er sich hauptsächlich der Herausgabe religiöser Schriften. Am 19. September 1939 wurde Kolbe von der Gestapo verhaftet, erst nach Lamsdorf, dann nach Amtitz deportiert, aber drei Monate später, am 8. Dezember 1939, freigelassen. Er kehrte in seine Heimat zurück und nahm seine Arbeit wieder auf. Am 14. Februar 1941 wurde Kolbe erneut verhaftet und im Mai in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert.

Als am 29. Juli 1941 einige Häftlinge zur Hinrichtung ausgewählt wurden, bot sich Maximilian Maria Kolbe freiwillig als Ersatz für Franciszek Gajowniczek an, der als Vater von zwei Söhnen um Gnade gefleht hatte. Der Vorschlag Kolbes wurde angenommen, und Kolbe wurde am 31. Juli 1941 in den berüchtigten „Hungerbunker“ gesperrt. Dort kümmerte er sich weiter seelsorgerisch um seine Mitgefangenen. Am 14. August wurde Maximilian Maria Kolbe durch eine Phenolinjektion getötet. Franciszek Gajowniczek überlebte das Konzentrationslager und war bei der Heiligsprechung Maximilian Maria Kolbes am 10. Oktober 1982 auf dem Petersplatz anwesend.

„Durch seine heroische Liebestat hat Pater Maximilian Kolbe das Lebensrecht eines Unschuldigen verteidigt und das ausschließliche Recht des Schöpfers auf das Leben des Menschen bekräftigt. Er ist dadurch in einer besonderen Weise Christus ähnlich geworden, der sein Leben am Kreuz für uns hingegeben hat. Folgen auch wir wie der hl. Maximilian Kolbe diesem Beispiel Christi in opferbereitem, liebendem Einsatz für unsere Mitmenschen!“ (Papst Johannes Paul II. am 10. Oktober 1982 während der Heiligsprechung). [bd]