Medien, Kinder und Erziehung: 41. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel am Sonntag

Kommentar des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel

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ROM, 18. Mai 2007 (ZENIT.org).- Zum Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel, der am Sonntag (20. Mai) zum 41. Mal begangen wird, veröffentlichen wir den Kommentar, den der Päpstliche Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel zur entsprechenden Botschaft Papst Benedikts XVI. veröffentlichen ließ.



Das diesjährige Thema lautet: „Kinder und Soziale Kommunikationsmittel: eine Herausforderung für die Erziehung“.

Der Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel geht auf das Konzilsdekret Inter mirifica (1963) zurück und wird in den meisten Ländern der Welt am ersten Sonntag nach Pfingsten begangen. Die Ankündigung des Themas erfolgt üblicherweise am 29. September, dem Fest der Erzengel Michael, Raphael und Gabriel, der zum Patron der Radiomitarbeiter erkoren wurde. Die Botschaft des Heiligen Vaters für den Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel wird traditionell am Gedenktag des heiligen Franz von Sales, des Patrons der Journalisten (24. Januar), veröffentlicht.

Der Päpstliche Rat veröffentlichte zum 41. Welttag auch passende Lesungen und Fürbitten.

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„Wie Erziehung im allgemeinen, so erfordert Medien-Erziehung Heranbildung zur Ausübung von Freiheit. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe. (...) Wahre Freiheit könnte niemals den einzelnen – besonders das Kind – zu einer unersättlichen Suche nach Neuigkeiten verurteilen. Im Licht der Wahrheit wird echte Freiheit erfahren als endgültige Antwort auf Gottes ‚Ja‘ zur Menschheit, das uns dazu beruft (...) das, was gut schön und wahr ist, zu wählen. So führen die Eltern ihre Kinder ein in die tiefe Freude des Lebens, wenn sie als Hüter dieser Freiheit ihren Kindern schrittweise größere Freiheit einräumen.“

In dieser Botschaft definiert Papst Benedikt XVI. die Erziehung im allgemeinen als Hinführung dazu, dass die Kinder lernen, frei zu sein, d.h. dass sie immer mehr die eigene Freiheit ausüben im sozialen Kontext, in dem sie geboren sind und der sie zu einer tiefen Lebensfreude führen wird. Das ist an sich schon eine große Herausforderung und kann heute nicht die Tatsache ignorieren, dass schon die ganz kleinen Kinder ständig dem starken Einfluss von „Botschaften“ der Medien ausgesetzt sind. Aus diesem Grund lädt der Papst fest und entschieden Kirche, Familie und Schule dazu ein, eine positive Erziehung zur Nutzung der Medien auszuüben.

Es ist wichtig festzuhalten, dass Papst Benedikt XVI. – weit davon entfernt, vor der Medien-Realität, in der wir leben, zu fliehen – uns ermahnt, in diese uns mutig hineinzubegeben und das auszuwählen, was besser ist für uns und für die jungen Generationen.

Der Heilige Vater erinnert daran, dass die Kinder nicht allein sind, dass sie nicht allein gelassen werden dürfen angesichts der großen Anziehungskraft, die von den Medien ausgeht und die sie gelegentlich dazu bringt, Wirklichkeit mit Fiktion zu verwechseln. An erster Stelle die Eltern, aber auch die Gemeinschaften der Pfarrei und der Diözese sowie die Lehrer und Professoren müssen die Medien-Sprachen verstehen, um selbst auswählen und die Kindern begleiten und anleiten zu können, zunehmend mit Unterscheidungsvermögen die Botschaft, das Programm und das für ihr Reifen beste Videospiel erkennen und wählen zu können. In gleicher Weise sollten die wichtigen Kriterien zur Orientierung dargestellt werden: die Schönheit, das Gute, die Wahrheit. Das Ziel von all dem besteht darin, dass die Kinder nicht hin zu Themen und Darstellungen gedrängt werden, die sie arm machen und täuschen und die sie unter der scheinbaren Flagge der Freiheit zu einer unersättlichen Suche nach Neuigkeiten verleiten, der sie auf die Dauer schwächt und erniedrigt.

Es geht aber darum sicherzustellen, das sie lernen für sich selbst das zu wählen, was sie formt und sie im Guten und in der Freude wachsen lässt: „Schönheit, eine Art Spiegel des Göttlichen, inspiriert und belebt Herz und Geist junger Menschen, während Hässlichkeit und Vulgarität eine erniedrigende Wirkung auf Verhalten und Haltung haben.“

In diesen Worten ist eine vitale Botschaft enthalten, um Erziehungstätigkeiten jeder Art entwickeln zu können: die Schönheit, „Spiegel des Göttlichen“, gibt der verantwortungsvollen Ausübung der Freiheit Richtung und Anregung.

Es fehlt außerdem nicht ein starker Appell an die Verantwortlichen der Medienindustrie, dass sie der Achtung vor dem Menschen den ersten Platz einräumen. Im Wissen darum, dass die in den Medien Tätigen sich gelegentlich starkem kommerziellen Druck ausgesetzt sehen, gilt den Produzenten jedoch die Ermutigung, „das Gemeinwohl zu schützen, die Wahrheit zu bekräftigen, die Menschenwürde jedes einzelnen zu verteidigen und die Achtung vor den Bedürfnissen der Familie zu fördern.“

[Vom Päpstlichen Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel veröffentlichtes Original]