Meditation von Papst Benedikt XVI. am Morgen des ersten Synodentages

Confessio und caritas Säulen der Neuevangelisierung

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VATIKANSTADT, 9. Oktober 2012 (ZENIT.org). - Am Montag, dem 8. Oktober 2012, um 09.10 Uhr, haben in Gegenwart des Heiligen Vaters in der Synodenaula im Vatikan die Arbeiten der XIII. Generalversammlung der Bischofssynode über das Thema „Die neue Evangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens“ begonnen. Die Erste Generalversammlung wurde mit dem Hora Tertia eröffnet.

[Wir dokumentieren die vom Presseamt des Heiligen Stuhls zur Verfügung gestellte Zusammenfassung der Meditation des Heiligen Vaters :]

Die Säulen der Neuevangelisierung sind die Confessio (das Bekenntnis des Glaubens) und die Caritas (Nächstenliebe), wenn wir im Geiste des Evangeliums einen Weg gehen wollen, der das gute Feuer der Frohen Botschaft offenbart, die wir den anderen bringen wollen.

Mit diesen Worten hat der Heilige Vater heute Morgen während der Hora Tertia betont, dass nur Gott Quelle dieses Weges sein kann, der dann aber auch die Teilhabe der Menschen benötigt. Im Geiste des Evangeliums also, durch die Rückkehr zum Gebet, auf dem die Zusammenarbeit mit Gott gründet. Denn Gott zeigt sich in der Gestalt Jesu, der das Wort ist, von dem wir uns durchdringen lassen sollen. Zum Bekenntnis des christlichen Glaubens, sagte der Heilige Vater weiter, gehört die Bereitschaft zu leiden: die Confessio (das Bekenntnis) enthält das Konzept des Martyrologiums, das heißt, es drückt den Willen aus, Zeugnis abzulegen bis zum Tod. Diese Haltung garantiert unsere Glaubwürdigkeit. Die Confessio (das Bekenntnis) muss mit dem Herzen und mit dem Mund abgelegt werden. Es muss öffentlich gemacht werden, denn der Glaube, den man in sich trägt, muss den anderen mitgeteilt werden, er muss geäußert werden mit dem Mut, der eine Folge der Intelligenz ist. Denn Gott, so der Heilige Vater, ist nicht nur ein geistiges Wesen. Er dringt in das Leben und in die Sinne des Menschen ein. So ist die Kraft unserer Sinne, die sich im Einklang mit Gott durchdringen lassen, notwendig für die Confessio (das Bekenntnis).

All das setzt die Caritas (Nächstenliebe) voraus, die Liebe, die zum Feuer wird. Sie ist die Flamme, so der Papst, die die anderen entzündet und so zum Feuer der Nächstenliebe wird. Der Christ darf nicht lau sein: das ist die größte Gefahr. Indem er die Heilige Schrift und die Kirchenväter zitierte, erklärte der Papst, dass das Feuer, der Geist Licht, Farbe und Kraft ist. Der Geist Gottes ist die Macht der Verwandlung. So schafft die Kraft die Begeisterung für die Nächstenliebe, die für die Evangelisierung entscheidend ist. Andererseits enthält das Wort Evangelium schon die Ankündigung eines Sieges, des Guten und der Freude, die im Zusammenhang mit der Evangelisierung zu Gerechtigkeit, Frieden und Heil werden müssen.

Dann griff der Heilige Vater auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes in der altrömischen Kultur zurück und erklärte, wie das Evangelium an sich eine Botschaft der Kraft, der Erneuerung und des Heils sei. Ein Wort, das auch heute noch seine Gültigkeit hat, in einer Zeit, in der sich viele Menschen fragen, ob hinter den Wolken der Geschichte ein Gott ist, ob es sich um eine Hypothese oder um Wirklichkeit handelt.

Für den Christen, fuhr der Papst fort, existiert Gott und allein schon diese Existenz ist Quelle des Heils. Doch das ist nicht alles, denn Gott liebt uns, er hat zu uns gesprochen und sich uns gezeigt.

Das ist für den Heiligen Vater die Grundlage der Verkündigung, das ist die Botschaft, die von der Kirche verbreitet werden soll. Dabei darf nie das Gebet vergessen werden, denn wenn Gott nicht wirkt, fügte der Papst hinzu, ist das Werk der Menschen unvollständig. Nur Gott kann also den Prozess der Erneuerung einleiten. Die Menschen haben die Aufgabe, bereitwillig daran mitzuarbeiten, und dabei ihr ganzes Sein aufs Spiel zu setzen und damit die Gegenwart Gottes sichtbar zu machen.

[© Libreria Editrice Vaticana 2012]