Medizin: Die Suche nach Gott kann zur Heilung verhelfen

Italienische Studie zeigt Bedeutung der Religiosität

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PISA, 22. September 2010 (ZENIT.org).- Die Suche nach Gott könne bei einigen Patienten zu Heilung verhelfen, lautete die These eines italienischen Forscherteams, entsprechend eines Berichts von Hubert Heidsieck, der im Bulletin der Botschaft von Frankreich in Italien erschienen ist.

Die Studie wurde vom Institut für Klinische Physiologie des nationalen Forschungsrates (CNR) in Pisa (Italien) in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Lebertransplantation der Universitätsklinik von Pisa (IFC-CNR) durchgeführt.

„Unter den Schwerkranken kann die Religion ein wichtiger Faktor zur Unterstützung der Wiederherstellung der Gesundheit sein", heißt es in der Studie, die in der amerikanischen Zeitschrift „Liver Transplantation" veröffentlicht wurde.

Für diese Studie wurde ein Fragebogen mit 10 Fragen an eine Gruppe von 179 freiwilligen Kandidaten für eine Lebertransplantation zwischen den Jahren 2004 und 2007 verteilt.

Alle, an denen eine Transplantation vorgenommen werden sollte, wurden einer psychologischen Routineuntersuchung unterzogen, um ihnen zu helfen, mit dieser besonders schwierigen Situation umgehen zu können, und um mögliche Kontraindikationen identifizieren zu können.

„Patienten, die sich als Angehörige einer Religion bezeichnen (unabhängig von Glaubensbekenntnis und ihrer religiösen Praxis), können in der Regel als stabile Menschen in dieser Phase angesehen werden", so der Bericht.

Der Psychologe des IFC-CNR, Franco Bonaguidi, erklärte: „Wir verwendeten für die statistische Analyse ein Cox-Modell, das uns zu ermöglicht, diesen Faktor von den anderen (Alter, Geschlecht, Bildungsstand und Beruf des Patienten) zu trennen. Wir stellt fest, dass es einen bemerkenswerter Faktor von 3,01 zwischen den gläubigen und nicht-gläubigen Patienten gab, bei den letzteren bestand ein rund dreimal häufiges Risiko, während der ersten vier Jahren zu sterben".

Während der vierjährigen Studie starben 18 der 179 teilnehmenden Patienten. 93,4 Prozent der Patienten, die aktiv nach Gott suchten, überlebten, jedoch nur 79,5 Prozent der anderen Gruppe.

Laut Bonaguidi sei die Suche nach Gott nicht an eine bestimmte Konfession gebunden. Diese Ergebnisse ließen sich auch durch einen psychologischen Aspekt des Gläubigen erklären, der ihn dazu brächte, die schwere Erkrankung als eine Zeit der Neuaufarbeitung seiner Existenz, seiner Werte und seiner spirituellen Grundlage anzusehen.