Medizinische Versorgung der Teilnehmer am WJT garantiert

Zurückweisung der Drohung einer Vorenthaltung der ärztlichen Dienste

Rom, (ZENIT.org) | 287 klicks

Am vergangenen Dienstag, dem 9. Juli 2013, hatte die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Rio de Janeiro (MPE) damit gedroht, keine medizinischen Dienste für die Teilnehmer des vom 23-28. Juli dieses Jahres stattfindenden Weltjugendtag zur Verfügung zu stellen.

Die vorgebrachte Begründung lautete, dass der WJT eine „private Veranstaltung“ sei, weshalb seitens des öffentlichen Gesundheitsdienstes keine Verpflichtung zur Bereitstellung medizinischer Dienstleistungen bestehe. Die Verantwortung für die medizinische Betreuung wurde im Übrigen bereits über eine öffentliche Ausschreibung vergeben. Laut Staatsanwaltschaft betragen die Kosten für die prä-klinische Versorgung, die fixe und mobile Betreuung der Veranstaltungen in Copacabana und Guaratiba in etwa 4 Millionen Dollar.

Angesichts dieser Herausforderung sprach sich das örtliche unter der Leitung des Erzbischofs von Rio, Msgr. Orani Tempesta, stehende Organisationskomitees des WJT gegen das Argument des „privaten Charakters“ aus und drohte sogar mit der vollkommenen Absage oder der Streichung von Teilen der Großveranstaltung.

Das Komitee wies auf die Zusammenarbeit sämtlicher Sphären der Öffentlichkeit bei der Durchführung des Weltjugendtages hin. So habe Rio ebenso wie bei den sportlichen Großveranstaltungen, dem World Cup und den Olympischen Spielen, seine Kandidatur für den WJT unter der Schirmherrschaft der Bundespräsidentschaft, der Bundesregierung und der Präfektur eingereicht.

Am Donnerstag, dem 11. Juli 2013, hobder zuständige Richter Nalin Roseli die von der Bundesstaatsanwaltschaft Rio erhobene Anklage mit einem Urteil in erster Instanz auf und gab somit den Veranstaltern des WJT Recht. Dem Richter zufolge entbinde die Trennung von Kirche und Staat die Gemeinde nicht von der Verpflichtung zur Finanzierung einiger Dienste für die Teilnehmer an der Veranstaltung, wenngleich diese religiös konnotiert sei. Laut dem Urteil bedeutet dies keine Unterschlagung von Geldern und stellt die Trennung zwischen Staat und Kirche nicht infrage, denn es komme zu keiner Verwendung öffentlicher Mittel zugunsten der einen oder anderen Religion.

Ferner erinnerte der Richter daran, dass infolge einer wie von der Staatsanwaltschaft beabsichtigten Verweigerung der medizinischen Versorgung ein Szenario der vollkommenen Unsicherheit entstehen könne, wodurch das Land in Verruf gerate und den Tausenden von Teilnehmern an der Veranstaltung die Gewissheit bezüglich des Vorhandenseins einer entsprechenden Gesundheitsversorgung abhanden komme.