Mehr Katholiken in der Welt

Zuwachs besonders in Asien und Afrika

Rom, (ZENIT.org) Antonio Gaspari | 1408 klicks

Trotz sinkender Geburtenraten und Krise der Berufungen in Europa wächst die katholische Kirche in der Welt, besonders in Asien und Afrika. So das Ergebnis einer Statistik der Nachrichtenagentur FIDES, die die weltweiten Daten zum 31. Dezember 2010 analysiert. Außer mit der Gesamtzahl der Gläubigen befasst sich die Studie auch mit ihren seelsorgerischen Strukturen und ihren sozialen Tätigkeiten wie Gesundheits- und Schulwesen.

Bei einer Weltbevölkerung von insgesamt 6.848.550.000 Menschen lag die Anzahl der Katholiken am 31. Dezember 2010 bei etwa 1.195.671.000, was einen Zuwachs von etwa 15.006.000 Gläubigen gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Dieser Zuwachs betrifft alle Kontinente, ist aber in Afrika (+6.140.000), Amerika (+3.986.000) und Asien (+3.801.000) am stärksten ausgeprägt; etwas schwächer der Zuwachs in Europa (+894.000) und Ozeanien (+185.000).

Etwa 17,46Prozent der Weltbevölkerung bekennt sich zum katholischen Glauben. Mit der einzigen Ausnahme Europas, wo der prozentuale Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung geringfügig gesunken ist (-0,01Prozent), hat er in allen Erdteilen zugenommen: am meisten in Afrika (+0,21Prozent), etwas weniger in Amerika (+0,07Prozent), Asien (+0,06Prozent) und Ozeanien (+0,03Prozent).

Am 31. Dezember 2010 betrug die Gesamtzahl aller Priester der Welt 412.236; das sind 1.643 mehr als im Vorjahr. Auch in diesem Fall sind die Zahlen in Europa zurückgegangen (905 Priester weniger als im Vorjahr), während in allen anderen Kontinenten ein Zuwachs zu verzeichnen ist: +761 in Afrika, +40 in Amerika, +1.695 in Asien, +52 in Ozeanien.

Auch die Zahl der Seminaristen hat zugenommen. Zum Zeitpunkt der Zählung gab es weltweit 118.990 Anwärter auf das Priesteramt, 1.012 mehr als im Vorjahr. Den stärksten Zuwachs findet man wieder in Afrika (+752) und Asien (+513), aber auch in Amerika (+29), während Ozeanien keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr aufzuweisen hat und in Europa eine Abnahme zu verzeichnen ist (-282).

Die Gesamtzahl der Bischöfe ist weltweit leicht gestiegen, von 5.065 im Jahr 2009 auf 5.104 im Folgejahr. Insgesamt nimmt unter den Bischöfen die Anzahl der Ordensmänner ab, zugunsten der Diözesanbischöfe.

Die Zahl der Laienbrüder der verschiedenen religiösen Männerorden ist um weitere 436 Einheiten gestiegen, auf insgesamt 54.665. Der Zuwachs betrifft fast alle Kontinente: Afrika (+254), Asien (+411), Europa (+17) und Ozeanien (+15). Nur in Amerika ist eine Abnahme zu verzeichnen (-261).

Eine bedeutende Abnahme betrifft hingegen die Mitglieder der Frauenorden, mit insgesamt 7.436 Einheiten weniger als im Vorjahr (Gesamtzahl: 721.935). Der starke Zuwachs in Afrika (+1.395) und Asien (+3.047) wird in diesem Fall vom gegenläufigen Trend in den anderen Kontinenten neutralisiert: Amerika (-3.178), Europa (-8.461) und Ozeanien (-239).

Die Zahl der bleibenden Diakone ist weltweit um 1.409 Einheiten auf insgesamt 39.564 gestiegen. Der stärkste Zuwachs ist in Amerika (+859) und Europa (+496) zu verzeichnen; es folgen Asien (+58) und Ozeanien (+1). Einzige Abnahme: Afrika (-5).

Die Laienmissionare sind weltweit 335.502, was einen Zuwachs um 15.276 Personen bedeutet. Dieser Zuwachs verteilt sich wie folgt auf die verschiedenen Kontinente: Afrika +1.135, Amerika +14.655, Europa +1.243 und Ozeanien +62. Einzige Abnahme in Asien (-1.819). Die Zahl der Katecheten beträgt insgesamt 3.160.628 (9.551 mehr als im Vorjahr). Zugenommen hat ihre Zahl in Amerika (+43.619), Europa (+5.077) und Ozeanien (+393), während Afrika (-29.405) und Asien (-10.133) Abnahmen zu verzeichnen haben.

Auf dem Gebiet der Schulausbildung verfügt die Kirche über einen wahren Schatz: mehr als 61 Millionen Schüler und Studenten werden an katholischen Schulen und Hochschulen ausgebildet. Weltweit betreibt die katholische Kirche 70.544 Kindergärten (mit etwa 6,5 Millionen Kindern), 92.847 Grundschulen (mit über 30 Millionen Schülern) und 43.591 höhere Schulen (mit fast 18 Millionen Schülern). Hinzu kommen über drei Millionen Studenten an katholischen Universitäten und über zwei Millionen Schüler an verschiedenen Sonderschulen.

Gewaltig ist auch der Einsatz der Kirche für die Gesundheit der Menschen. Die Zahl der von der Kirche betriebenen Krankenhäuser beträgt 5.305, die meisten davon in Amerika (1.694) und Afrika (1.150). Hinzu kommen 18.179 Medikamentenlager (überwiegend in Afrika und Amerika, mit 5.762 respektive 5.312 Einheiten), 547 Heime für Leprakranke (überwiegend in Asien und Afrika), 17.223 Alten- und Behindertenheime (davon 8.021 in Europa und 5.650 in Amerika), 9.882 Waisenhäuser (davon ein Drittel in Asien) und 15.327 Eheberatungsstellen (die Hälfte allein in Amerika).