Mehr „Mut zum Kind“: Erste Reaktionen aus der Politik

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WIEN, 23. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Auf die Forderungen, mit denen sich der Katholische Familienverband, die „Aktion Leben“ und die Erzdiözese Wien gestern, Montag, gemeinsam an die Öffentlichkeit gewandt haben (vgl. Weniger Abtreibung in Österreich), gibt es erste politische Reaktionen.



Für die SPÖ, die den Bundeskanzler stellt, sprach sich SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer ausdrücklich gegen eine verpflichtende Bedenkzeit von drei Tagen zwischen Erstberatung beim Arzt und der möglichen Durchführung einer Abtreibung aus. Ihr Argument: Frauen könnten dadurch die Frist für einen „Schwangerschaftsabbruch“ möglicherweise versäumen. Auch einer Hinweispflicht des erstberatenden Arztes auf Angebote der Schwangerschaftsberatung erteilte sie eine klare Absage.

Die Initiative, die zu einer kinderfreundlicheren Gesellschaft beitragen will, sieht die Politikerin als Teil einer „konservativen und frauenfeindlichen Welle“ an, die „äußerst ärgerlich“ sei.

Für Koalitionspartner ÖVP meldete der zweite Nationalratspräsident Michael Spindelegger dagegen Unterstützung für den gestern vorgestellten Maßnahmenkatalog an: „Die gesetzlichen Bestimmungen stehen außer Streit, aber ebenso muss außer Streit stehen, dass Abtreibungen kein Mittel der Geburtenkontrolle sind“, erklärte er. Seine Partei wolle „Mut zum Kind“ machen, und man sei davon überzeugt, dass damit „bereits vor der Geburt“ begonnen werden müsse.

Die ÖVP präsentierte in diesen Tagen mehrere Vorschläge zur Förderung der Familie, darunter den Gratis-Kindergarten für Vierjährige am Vormittag und steuerliche Begünstigungen.