Mehr „Mut zum Kind“ und weniger Abtreibung in Österreich: Die Politik ist gefordert

Gemeinsame Initiative des Katholischen Familienverbandes, der „Aktion Leben“ und der Erzdiözese Wien

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WIEN, 22. Oktober 2007 (ZENIT.org).- „Moderne Frauenpolitik darf Schwangere nicht im Stich lassen“, bekräftigte heute, Montag, die Lebensschutz-Beauftragte der Erzdiözese Wien, Dr. Stephanie Merckens, bei der Vorstellung eines Katalogs von Forderungen an die Politik. Eine IMAS-Umfrage untermauert das Anliegen. Ziel ist es im Letzten, die vorherrschende Abtreibungsmentalität in der österreichischen Gesellschaft zu überwinden und „Mut zum Kind“ und Kinderfreundlichkeit zu wecken.



Wie Johannes Fenz, Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreich, hervorhob, sind die Forderungen „so ausgewogen, dass sie für alle annehmbar sind“. Sie richteten sich nicht an eine bestimmte Partei, sondern an alle, denn: „Es geht um den Menschen.“

Im Grunde geht es um die Realisierung jener „flankierenden Maßnahmen“, die 1973 im Zuge der Einführung der Fristenlösung zugesagt worden waren. Am 29. November 1973 hatte der damalige sozialistische Bundeskanzler Bruno Kreisky betont: „Man muss alles tun, um im Bereich der Politik diesen Paragraphen so obsolet wie nur möglich zu machen. Deshalb glaube ich, dass man alles, wirklich alles tun muss, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, Kinder zu haben.“

Die Forderungen des Katholischen Familienverbands, der „Aktion Leben“ und der Erzdiözese Wien im Überblick:

-- staatlicher Hilfsfonds für Schwangere in Notlagen;
-- flächendeckendes Netz an Schwangerschaftsberatungsstellen;
-- psychosoziale Beratung vor, während und nach Pränataldiagnostik;
-- kontinuierliche Bewerbung all dieser Angebote;
-- regelmäßige Erhebung der Motive für Abtreibung und deren Anzahl;
-- Hinweispflicht des erstberatenden Arztes auf staatlich anerkannte Unterstützungs- und Beratungsangebote;
-- drei Werktage Bedenkzeit zwischen Erstberatung und geplanter Abtreibung

Im Hinblick auf die geforderte Hinweispflicht beim Arztgespräch, das nach der österreichischen Gesetzeslage vor einer Abtreibung stattfinden muss, wurde eine IMAS-Umfrage vorgestellt: 69 Prozent von 1094 Befragten plädierten ausdrücklich für einen Hinweis auf bestehende Hilfs- und Beratungseinrichtungen (Nur acht Prozent erklärten, ein solcher Hinweis sei nicht notwendig).

Mag. Kronthaler, Generalsekretärin der „Aktion Leben“, erklärte, dass es bundesweit 370 staatliche Beratungsstellen gebe, von denen sich nur rund vier Prozent auf das Anliegen der schwangeren Frauen konzentrieren; nur sehr wenige dieser Einrichtungen seien allerdings auch in der Lage, konkrete Hilfen anzubieten.

Dr. Meckens wies darauf hin, dass jede Abtreibung – sieht man einmal vom Kind ab – immer auch eine tiefe Verletzung der betroffenen Frau nach sich ziehe, und dass sich viele Frauen erst aufgrund des starken gesellschaftlichen Drucks zu einem solchen Schritt veranlasst sähen. Angesichts dieser Situation sei es „zynisch und unmenschlich“, immer mehr Abtreibungsmöglichkeiten anzubieten und Abtreibung als „Mittel der Geburtenkontrolle“ zu propagieren. Vor allem bei Männern, Arbeitgebern und Ärzten müsse der Verantwortungssinn geschärft werden.

Papst Benedikt XVI. hatte im Rahmen seiner Wallfahrt nach Mariazell und Österreich am 7. September in der Wiener Hofburg bekräftigt: „Das grundlegende Menschenrecht, die Voraussetzung für alle anderen Rechte, ist das Recht auf das Leben selbst. Das gilt für das Leben von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende. Abtreibung kann demgemäß kein Menschenrecht sein – sie ist das Gegenteil davon. Sie ist eine ‚tiefe soziale Wunde‘, wie unser verstorbener Mitbruder Kardinal Franz König zu betonen nicht müde wurde.“