„Mein Kreuzweg soll die frohe Botschaft verkünden“

51. Ökumenischer Jugendkreuzweg will Herzen der Christen weiten helfen

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ROM, 20. Februar 2009 (ZENIT.org).- Von Cynthia Tokaya stammt der Satz: „Mein Kreuzweg soll die frohe Botschaft verkünden“. Sie hat im Herzen der Pfarrgemeinde St. Bruno in Düsseldorf-Unterrath, wo sie lebt, die Bilder des diesjährigen bundesdeutschen Jugendkreuzwegs geschaffen. Zum 51. Mal sind junge evangelische und katholische Christen aller deutschsprachigen Gemeinden aufgerufen, durch ihre Teilnahme am Ökumenischen Jugendkreuzweg ein Zeichen für das lebendige ökumenische Miteinander zu setzen.

Wer klassischerweise Kreuzwegstationen als Tafeln kennt, die entlang der Seitenschiffe aufgereiht sind, oder als Stationen, die im Freien stehen, findet nun eine ganz andere Form: Die Kreuzwegdarstellung von Cynthioa Tokaya ist ein Fries, das in prallen, bunten Farben gestaltet ist.

Die niederländische Künstlerin hat die christliche Leidens- und Erlösungsgeschichte auf eine Leinwand gebannt. Der Kreuzwegfries wurde rechtzeitig zum Weltjugendtag 2005 in Köln der Öffentlichkeit vorgestellt. „Dieses Werk steckt voller Botschaften, und ich entdecke immer noch was Neues!“, so Dr. Schmidt, Pfarrer von St. Bruno und Mitinitiator.

Die Darstellungen fließen in einem großen Farbrausch ineinander, scheinen manchmal auch übereinander zu liegen, und strahlen etwas von der Unfassbarkeit der christlichen Heilgeschichte aus. Genau deshalb fiel die Wahl des Redaktionsteams des Jugendkreuzwegs auch auf dieses Kunstwerk.

Tokaya selbst hat ihren Kreuzweg mit Musik unterlegt und in You-Tube vorgestellt. Für sie ist Jesus ein Vorbild. Er macht es möglich, dass sie „bei Gott geborgen sein kann. Durch ihn wird die Kraft Gottes sichtbar in seinem Auftreten und Wirken. Er zeigt, wie man eine Verbindung zu Gott aufbauen kann, und hat auch mir somit einen Weg bereitet: Gebet, Meditation, Verzeihen - das ist ganz wichtig -, Nächstenliebe. So ein Beispiel finde ich in anderen Religionen nicht.“

Ihr Kreuzweg hat pralle Farben, denn „Kreuzweg ist frohe Botschaft: Ich wollte keine Angst mit meinen Bildern verbreiten. Angst ist ein schlechtes Machtmittel.“

„Ich habe oft als Kind dunkle und düstere Kreuzwegdarstellungen erlebt. In denen fehlten mir der Sinn und damit die froh machende Botschaft. Die Botschaft eines Kreuzwegs ist ja nicht, Leid zu verkünden und dass es etwa sinnvoll wäre zu leiden. Das wäre ja gruselig. Sondern die Leidensgeschichte ist für mich vielmehr Trägerin für eine tiefere und frohe Botschaft. Und die lautet erstmal: Es geht weiter! Der Tod ist besiegt. Es gibt ein Zuhause für mich und dich. Das ist so eine Erkenntnis, die auch nicht von Anfang an für mich da war, sondern beim Malen dazu gewachsen ist.“

„Ich bin mir sicher, dass es gut ist, den Kreuzweg einfach kennen zu lernen. Darum zu wissen. Es kommen Zeiten im Leben, da stehen wir vor vielen Fragen. Und wenn wir dann um diesen Weg Jesu wissen, uns vielleicht an diese Bilder erinnern, können sich da Brücken auftun. Und ich füge noch das Zitat eines Theologen, mit dem ich mich sehr beschäftigt habe, hinzu: Des Menschen Herz vermag sich wunderbar zu weiten. Wenn es liebt, dann sprengt es in einem ‚crescendo’ der Liebe alle Fesseln.“

1958 begann die Geschichte des Jugendkreuzwegs anlässlich des Berliner Katholikentages (seit 1972 wird er ökumenisch gebetet). Rasch entwickelte er sich zur Gebetsbrücke zwischen Ost- und Westdeutschland. Im Gebet vereinten sich die Christen hüben wie drüben, um ihren Alltag im Licht christlicher Erlösung zu betrachten.

Die politischen Verhältnisse haben sich geändert, die Fragen der Zeit jedoch sind geblieben. Auf sie Antworten aus einem befreienden und starken Glauben zu finden, dazu möchte der ökumenische Kreuzweg der Jugend damals wie heute beitragen. Ein Redaktionsteam trägt hierfür eine Fülle von Materialien zusammen.

Die Verantwortung für die Initiative liegt in den Händen der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj). Gemeinsam mit dem Bund der katholischen Jugend Deutschlands (BDKJ) und der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend (aej) wird alljährlich ein neuer Kreuzweg erarbeitet und den katholischen Pfarreien, evangelischen Gemeinden, Schulen und anderen interessierten Einrichtungen vorgelegt.

In den vergangenen Jahren wurde der Kreuzweg von fast 30.000 Teilnehmenden gebetet. Die Initiative findet wachsende Beachtung in den Niederlanden, Österreich, dem deutschsprachigen Teil von Luxemburg, Belgien und in der Schweiz.

Alle Materialien zum Ökumenischen Jugendkreuzweg sind auf einer eigenen Homepage einsehbar und über das Jugendhaus Düsseldorf zu bestellen.