Meldungen über sexuellen Missbrauch durch US-Geistliche nehmen ab

21 Millionen US Dollar im Jahr 2010 zum Schutz der Kinder ausgegeben

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WASHINGTON DC, 12. April 2011 (Zenit.org).- Eine jährliche Erhebung und Prüfung der US-Diözesen ergab, dass sich Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durch Kleriker verringert haben.

Eine Studie des Jahres 2010 über Beschwerden und Kosten, die vom Zentrum für Angewandte Forschung im Apostolat (CARA) der Georgetown Universität durchgeführt wurde, stellte fest, dass im vergangenen Jahr nur sieben glaubwürdige Anklagen gegen sieben Priester erhoben worden seien.

Weiterhin wurde festgestellt, dass die Anklagen über sexuellen Missbrauch, die bereits Jahrzehnte zurücklägen, sich erhöht hätten, somit sei „die Zahl der mutmaßlichen Täter, die im Jahre 2009 bei 286 lag, im Jahr 2010 um ein Fünftel auf 345 gestiegen".

Etwa 66 Prozent dieser Beschwerden stammten aus dem Zeitraum von 1960-1984, und fast 60 Prozent der Angeklagten seien bereits bei früheren Untersuchungsverfahren identifiziert worden. Rund 75 Prozent der Täter seien bereits tot oder laisiert worden.
Nach Angaben der CARA Studie seien von den Diözesen und Eparchien über 70 Millionen Dollar Entschädigung an Missbrauchsopfer gezahlt worden, rund 21 Millionen Dollar seien für den Schutz der Kinder, für Trainingsprogamme, für eine sichere Umgebung und für Hintergrund-Überprüfungen ausgegeben worden.

Die Studie wurde zusammen mit der jährlichen Prüfung über die Einhaltung der Charta für den Schutz von Kindern und Jugendlichen durch das Sekretariat der Kinder- und Jugendhilfe der US-Bischofskonferenz durchgeführt, für dessen Durchführung die Gavin Group Inc. beauftragt worden war.

Es wurde festgestellt, dass alle Diözesen und Eparchien mit der Charta übereinstimmen. Über 98 Prozent der Kleriker, Mitarbeiter und Freiwilligen sowie 5 Millionen Kinder hätten an der Schulung für eine sichere Umgebung teilgenommen.

Dennoch seien von den Prüfern an 55 Diözesen Briefe verschickt worden, in denen sie ihre Bedenken bezüglich der vollen Einhaltung der Regeln in der Zukunft geäußert hätten.

Die Gavin Gruppe berichtete: „Anlässe für Management- Briefe an Gemeinden und Schulen sind ein fehlendes Schulungsangebot für Kinder, neue Seelsorger oder Religionslehrer, ein fehlendes Verständnis für die diözesanen Anforderungen in der Ausbildung der Schüler, die Hinnahme des Elterntrainings als Pfarreitraining oder einfach nur das Zählen abwesender Schüler als „Opt-outs" (Aussteiger)".

„Mehrere Diözesen berichteten, dass sie von Seelsorgern Nachweise über abgehaltene Schulungen bekommen hätten, von denen die Prüfer herausfanden, dass sie gar nicht angeboten worden seien."

[Übersetzung aus dem Englischen von Susanne Czupy]