Menschenwürdige Arbeit für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Bischof Dr. Stephan Ackermann zum Internationalen Tag für menschenwürdige Arbeit

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 443 klicks

„Wirtschaftliches Wachstum auf Kosten von menschenwürdiger Arbeit bedroht langfristig den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland und in Europa. Miserable Wohnbedingungen, Lohnvorenthalt und die Ausbeutung von Fachkräften in der Fleisch verarbeitenden Industrie, von Hausangestellten und auf dem Bau sind keine exotischen Missstände in fernen Ländern, sondern vor der eigenen Haustür zu finden,“ so Bischof von Trier, Dr. Stephan Ackermann anlässlich des Internationalen Tages für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober 2013. 

Häufig von seien vor allem Wanderarbeiter von prekären Arbeitsbedingungen betroffen. Werkverträge, Leiharbeit, Minijobs, Tagelöhnerei und Saisonarbeit seien nicht geeignet, eine soziale Absicherung zu gewährleisten. Für Familien und junge Menschen stelle die soziale Unsicherheit eine große Belastung dar, so Bischof Ackermann.

Bischof Ackermann, der auch Vorsitzender der Deutschen Kommission von „Justitia et Pax“ ist, betonte, es sei Aufgabe der Politik, faire Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen und den sozialen Frieden zu sichern. In der „Post-2015-Agenda“ vom 13. Juni 2013 nahmen katholisch inspirierte Organisationen, zu denen auch die Deutsche Kommission von „Justitia et Pax“ zählt, Stellung zur menschenwürdigen Arbeit. In der Erklärung heißt es: „Wir denken, dass die Bekämpfung von Armut in der Verantwortung der Regierung, der Arbeitgeber und Arbeitnehmerverbände, des privaten Sektors und der Zivilbevölkerung liegt, von deren Seite es eines gezielten Engagements bedarf, das sich auf Menschenwürde, Einhaltung der Menschenrechte, Verantwortung und Solidarität gründet. …Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf und unterstützen sie hinsichtlich ihres Bemühens, das Engagement der gesamten menschlichen Gesellschaft zu erneuern, Armut zu beseitigen und zwar durch die Förderung menschenwürdiger Arbeit, qualitativ guter Arbeitsplätze und sozialer Absicherung für alle Arbeiter aller Wirtschaftssektoren, einschließlich der informellen Wirtschaft. Wir drücken unsere besondere Sorge um die Situation junger Menschen und Migranten aus, die, obwohl sie ein wichtiger Teil der Lösung der Wirtschaftskrise sind, diesbezüglich mit akuten und schwierigen Herausforderungen zu kämpfen haben. … Damit Arbeit menschenwürdig genannt werden kann, muss sie eine ‚Arbeit sein, die die Würde jedes Mannes und jeder Frau im Kontext ihrer Gesellschaft bewahrt.‘ … Menschen sind keine ‚Ware‘. … Viele der nachwachsenden Generation verlieren die Hoffnung auf eine gute Zukunft und riskieren damit den Verlust essenzieller Werte. … Jungen Menschen sollte der Zugang zur Arbeit garantiert werden und sie sollten von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und sozialer Absicherung profitieren können, besonders auch beim Eintritt in die Arbeitswelt nach der Schulzeit.“

Der gesamte Text der Stellungnahme kann unter diesem Link nachgelesen werden. 

Mitglieder der Arbeitsgruppe sind: Caritas Internationalis, Internationale Vereinigung Christlicher Unternehmer (UNIAPAC), International Coordination of Young Christian Workers (CIJOC-ICYCW), Internationale Katholische Migrationskommission (ICMC), International Young Christian Workers (IYCW-JOCI), Kolping International, Deutsche Kommission Justitia et Pax Päpstlicher Rat für Gerechtigkeit und Frieden, Pax Romana und ihre Mitgliedsgruppen (SIIAEC, ICMICA), Weltbewegung Christlicher Arbeitnehmer (MMTC-WMCW-WBCA), Ständige Mission des Heiligen Stuhls bei der UN und andere internationale Organisationen in Genf.