Menschlicher Körper ist nicht die Summe seiner Zellen

Vatikan ermahnt Forschung zum ganzheitlichen Blick auf Menschen

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ROM, 13.November 2009 (ZENIT.org).- Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst, Erzbischof Zygmunt Zimowski, hat davor gewarnt, den menschlichen Körper auf das für die Forschung interessante Material zu reduzieren. Der Körper, auch zu Beginn seiner Entwicklung, sei mehr als die Summe seiner Zellen. Anlässlich der Eröffnung des neuen akademischen Jahres sprach der Erzbischof an diesem Mittwoch in Rom und mahnte: „Bei jedem menschlichen Wesen muss die Würde der Person anerkannt werden, von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Tod."

Dieses Prinzip sei so grundlegend, dass es nach einem lauten Ja zum menschlichen Leben rufe. Dieses Ja müsse im Zentrum ethischer Reflexion über biomedizinische Forschung stehen, die derzeit zunehmend an Bedeutung gewinne. Erzbischof Zimowski stellte fest, dass die medizinische Forschung deutlich an Wissen über das menschliche Leben und dessen Anfangsstadien hinzugewonnen habe, die zum besseren Verständnis der biologischen Strukturen des Menschen und seines Entstehungsprozess beitragen.

Diese Entwicklungen seien sicher positiv und verdienten unterstützt zu werden, wenn sie beitragen, von Krankheiten zu heilen oder diese zu überwinden sowie daran mitwirkten die normale Entwicklung des Entstehungsprozesses wiederherzustellen. „Jedoch, dies muss klar gesagt werden, sind sie negativ und können daher nicht geteilt werden, wenn sie die Unterdrückung von Menschen in Kauf nehmen, oder Mittel nutzten, die die menschlichen Freiheitsrechte verletzten, oder für Ziele genutzt werden, die dem ganzheitlichen Wert des Menschen entgegen stehen." Die Kirche müsse, wenn sie den Wert des Lebens verkünde, drastisch sein, sagte der Erzbischof, das Apostolische Schreiben Papst Johannes Pauls II. „Novo Millennio Ineunte" zitierend. Diese Verteidigung sei auf der kirchlichen Agenda der Liebe, fuhr er fort. Sie reagiere auf die Verpflichtung, sich für den Respekt vor jedem menschlichen Leben einzusetzen, von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Tod.

„Auf dieselbe Art und Weise", sagte der Erzbischof weiter, „zwingt uns der Dienst am Menschen aufzuschreien, ob es passe oder nicht, dass diejenigen, die von ihrer neuen Macht der Wissenschaft Gebrauch machen, besonders im Bereich Biotechnologie, nicht die grundlegenden Erfordernisse der Ethik missachten dürfen." Sie dürften nicht an eine verhandelbare Solidarität appellieren, die das eine Leben gegen das andere ausspiele und die Wirklichkeit eines jeden Menschen ausblende.

Das menschliche Leben stehe im Zentrum der Botschaft Christi, weil es der Mensch ist, „diese großartige und wundervolle lebendige Gestalt, wertvoller in Gottes Augen als alles in der Schöpfung." Im Plan des Schöpfergottes sei alles für den Menschen geschaffen worden, aber der Mensch sei wiederum geschaffen worden, um Gott zu dienen und ihm das Gesamte der Schöpfung darzubringen. Die Verteidigung des Lebens, als Liebesdienst verstanden, diene notwendigerweise der Kultur, der Politik, der Wirtschaft, der Familie, so dass die grundlegenden Prinzipien, die das Schicksal des Menschen und die Zukunft der Zivilisation bedingten, überall respektiert werden. (mk)