Menschliches Leben schützen: Papst Benedikt XVI. appelliert an US-Kongress

Empfang für Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten

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ROM, 18. Februar 2009 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. wies heute, Mittwoch bei einem kurzen Empfang für die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi und ihre Gefolgschaft nachdrücklich auf die Pflicht katholischer Politiker hin, das menschliche Leben zu schützen.

Der Papst erinnerte die Delegation aus den USA an „das natürliche Sittengesetz und die immer gleichbleibende Lehre der Kirche über die Würde des menschlichen Lebens von der Empfängnis an bis zum natürlichen Tod", wie der Heilige Stuhl in einer heute veröffentlichten Presseerklärung berichtet.

Diese Lehre sollte nach Worten Benedikts XVI. „alle Katholiken, insbesondere aber die Gesetzesgeber, Juristen und all jene, die für das Allgemeinwohl verantwortlich sind", dazu veranlassen, mit allen Männern und Frauen guten Willens zusammenzuarbeiten, „um eine gerechte Rechtsordnung zu fördern, die auf den Schutz des menschlichen Lebens in all seinen Phasen abzielt".

Die US-Bischofskonferenz hat die Gläubigen in diesen Tagen dazu aufgerufen, sich mit aller Kraft dem Gesetzesvorhaben zur völligen Liberalisierung der Abtreibung, dem „Freedom of Choice Act", kurz FOCA, zu widersetzen, das im Kongress von mehreren extremen Gruppen vorangetrieben wird. Sollte dieses Gesetz verabschiedet werden, hieße dies, dass jedes restriktive bundesstaatliche Gesetz außer Kraft gesetzt würde.

Kardinal Justin Rigali, Erzbischof  von Philadelphia und Vorsitzender der Bischöflichen Lebensschutz-Kommission, forderte die US-Politiker am 5. Februar schriftlich dazu auf, die aktuellen Abtreibungsbestimmungen nicht zu ändern. Gesetzesgeber der verschiedensten Richtungen hätten darauf hingewiesen, „dass die Amerikaner von ihrer Regierung nicht dazu verpflichtet werden dürfen, gegen ihren Willen eine Abtreibung zu unterstützen oder an ihr teilzunehmen", so der Kardinal.

„Diese und ähnliche Gesetze sind - völlig unabhängig von der Frage, welche Partei im Kongress oder im Weißen Haus die Mehrheit hat - jahrelang gültig gewesen, weil es sich um eine Politik des Hausverstands und des Konsenses handelt. Sie hat sogar unter jenen Zustimmung gefunden, die mit dem juridischen Status der Abtreibung nicht einverstanden sind."

Vor wenigen Wochen hatten die US-Bischöfe eine der ersten Maßnahmen des neuen Präsidenten Barack Obama scharf verurteilt. Dieser hatte das Verbot, Bundesmittel zur Förderung von Abtreibung zur Verfügung zu stellen, aufgehoben (ZENIT berichtete).


Von Inma Alvaréz und Dominik Hartig