Mexiko: Historische Rede von Msgr. Vera López im Parlament von Coahuila

Bischof setzt sich für den Dialog über Rechte der Migranten ein

Rom, (Fides) | 423 klicks

„Im Ausland sind wir heute als Land bekannt, in dem Migranten getötet werden“, so Bischof José Raúl Vera López von Saltillo (Coahuila,Mexiko) am gestrigen 5. November in einer Rede im Parlament des Staates Coahuila, „so dass Mexiko die Prüfung nicht besteht, wenn es um Menschenrechte geht“.

In einer Verlautbarung wird die Rede als „historisches Ereignis“ bezeichnet. Bischof Vera Lopez sei der erste katholische Bischof, der eine Ansprache im Parlament des Staates Coahuila hält. Der Vertreter der katholischen Kirche sprach anlässlich eines Kongresses mit dem Titel „Menschenrechte für Migranten“ vor einer Versammlung von über 500 Delegierten. Der Bischof von Saltillo setzt sich seit 2010 aktiv auch bei internationalen Institutionen für den Schutz von Migranten ein.

In seiner Ansprache beklagte Bischof Vera Lopez, dass „die Polizei die Migranten in die Hände des organisierten Verbrechens ausliefert“, und erklärt, dass jeder, der „ohne Dokumente“ reist, zwischen 3.000 und 5.000 Dollar an Schlepper zahlt, damit er über die Grenze in die Vereinigten Staaten kommt. Dabei seien die Behörden oft Mitwisser, wie zum Beispiel in San Fernando, Tamaulipas (vgl. Fides 27/08/2010 und 1/08/2010), wo es vor drei Jahren zu einem Blutbad unter vorwiegend aus Mittelamerika kommenden Migranten kam, und zwar an einer Stelle, an der auch Konvois der Armee vorbeifahren. „Wie kann es sein, dass sie nichts bemerkt haben“, fragt sich der Bischof, der alle im Rahmen der Kampagne „Visa Transmigrante, por una migracion sin violencia“ zum Engagement für den Schutz von illegalen Migranten aufruft. 

Zahlreiche Politiker und Vertreter der Gesellschaft würdigten das Engagement der katholischen Kirche und der Behörden von Coahuila und dankten für die Veranstaltung des Kongresses, der dem Dialog zwischen Staat und Kirche im Hinblick auf das Problem der Migration den Weg ebnen soll. (CE) 

(Quelle: Agenzia Fides, 06/11/2013)