Mexiko: Jede Woche werden 200 minderjährige Auswanderer zurückgeführt

Schwester Lydia Mara Silva de Souza: Sie wollen nicht zurück

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ROM, 4. Oktober 2012 (ZENIT.org). - Schwester Lydia Mara Silva de Souza koordiniert in Honduras das Programm für die Pastoral der Menschlichen Mobilität. Unter anderem betreut sie dabei Auswandererkinder, von denen jede Woche rund 200 in die beiden Grenzstädte Aguas Calientes und El Corinto zurückgeführt werden. Die Ordensschwester erinnert daran, dass es sich bei rund 10 Prozent der Auswanderer, die die gefährliche Reise in die Vereinigten Staaten antreten, um Minderjährige handle. 40 Prozent von ihnen werden aus Mexiko wieder nach Honduras zurückgeführt, berichtet der Fidesdienst.

Laut eines Berichts des Fidesdienstes zitiert eine katholischen Wochenzeitschrift Schwester Lidia mit folgenden Worten: „Diese minderjährigen Auswanderer wollen nicht zurück, denn in den meisten Fällen machen sie sich auf den Weg, um zu ihren Familien zu gelangen, die sich bereits in den Vereinigten Staaten aufhalten oder sie fliehen vor der Gewalt in der eigenen Familie oder vor der Ausbeutung am Arbeitsplatz“.

Die Ordensfrau, die mit verschiedenen Heimen für Migranten und Nichtregierungsorganisationen zusammenarbeitet, weist auch darauf hin, dass die Konsulate von Honduras in Mexiko und Guatemala diesen Kindern in keiner Weise helfen und dass die Zahl der Minderjährigen, die das Land verlassen wollen, stetig steigt. Dabei beklagt sie, dass das Schweigen der Eltern eine Erhebung der tatsächlichen Zahl der Kinder, die zwischen Honduras, Guatemala und Mexiko unterwegs sind, erschwere.