Mexiko: Sorge über Zunahme von Kirchensakrilegien

Pfarreien erhöhen Sicherheitsvorkehrungen

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LEÓN, Donnerstag, 14. Juli 2011 (ZENIT.org - El Observador). - Angesichts des zunehmenden Auftretens von Raubüberfällen und frevelhaften Taten in katholischen Kirchen hat die Erzdiözese León, die von Bischof Jose Guadalupe Martin Rabago geleitet wird, beschlossen, Notmaßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören das Anbringen von Videokameras, Gittern und Schutzvorrichtungen und die Schließung der Kirchen zur Mittagszeit.

Nach Berichten der Erzdiözese gebe es in der Stadtmitte von León sowie in der Umgebung keine Kirche, die von den regelmäßigen Diebstählen sakraler Kunstgegenstände und von Schändungen verschont geblieben sei.

Laut örtlichen Medienberichten ereignete sich der jüngste Versuch eines Kirchenraubes am vergangenen Wochenende in der Stadt Lomas de Medina. Der mutmaßliche 23-jährige Täter blieb bei dem Versuch, durch einen Türspalt in die Sakristei einzudringen, zwischen den Gittern hängen und starb eines Erstickungstodes.

Die Erzdiözese von León verurteilte scharf den frevelhaften Diebstahl. Der Sprecher der Erzdiözese, Raúl Villegas Chávez, erklärte, dass sich die Anzahl der Kirchendiebstähle in diesem Jahr bisher leider erhöht habe.

Ein anderer Diebstahl erfolgte am 26. April in der Pfarrei San Juan Diego der Stadt León II (im Westen der Gemeinde). Der Priester Felipe de Jesus Sanchez Mendez wurde in der Kirche von einer Frau und zwei Männern mit vorgehaltener Waffe angegriffen.

Der Priester berichtete, die Täter hätten ihm die Pistole an den Kopf gehalten, ihn gefesselt, ihm die Schlüssel des Lieferwagens sowie persönliche Gegenstände (Uhr und Brieftasche) abgenommen und seien dann entkommen. Offenbar seien sie durch ein Fenster eingestiegen, hätten sakrale Gegenstände gestohlen, darunter die Monstranz und einen Kelch, und die konsekrierten Hostien auf den Boden geworfen. Bis heute konnte der Diebstahl nicht aufgeklärt werden.

Der Sprecher der Erzdiözese León beklagte die Diebstähle und dass die Menschen heute keinen Respekt mehr vor Wohl der anderen hätten und noch weniger Gott fürchteten.

Angesichts der zunehmenden Welle dieser Art von Diebstählen hat die Erzdiözese die Schließung der Kirchen während der Mittagszeit empfohlen sowie eine ständige Beaufsichtigung angeraten. Viele Verantwortliche haben bereits Videokameras an strategisch wichtigen Punkten installiert.

So zum Beispiel in der Kirche des hl. Franziskus von Assisi in der Nähe des Stadtviertels Coecillo, wo dem Einbrüche und Autodiebstähle an der Tagesordnung sind.

Der Geistliche der Kirche, Gabriel Castillo Beltran, berichtete, dass es in der heiligen Stätte bereits eine Videoanlage für mehr Sicherheit gebe.

Im letzten Jahr drangen Diebe in die im Zentrum der Stadt gelegene Kirche des Unbefleckten Herzens Mariens ein. Sie entwendeten die Stereoanlage, eine Leiter und einen Kronleuchter.

[Übersetzung aus dem Spanischen von Iria Staat]