Michael Ohnewald und Bert Strebe erhalten den Katholischen Medienpreis 2009

Festakt mit Erzbischof Dr. Zollitsch am 19. Oktober 2009 in Bonn

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BONN,  7. September 2009 (ZENIT.org).- Der Katholische Medienpreis geht in diesem Jahr an Michael Ohnewald und Bert Strebe, meldete jetzt die Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP). Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, wird den Preisträgern die mit jeweils 5.000 Euro dotierte Auszeichnung im Rahmen eines Festaktes am 19. Oktober 2009 im Rheinischen LandesMuseum in Bonn überreichen.

Zu dem Festakt um 18.30 Uhr werden rund 200 Gäste aus Kirche, Politik und Medien erwartet.Die Preisträger wurden aus insgesamt 165 eingereichten Beiträgen (58 Kategorie Print, 107 Kategorie elektronische Medien, davon vier Internetangebote) von einer sechsköpfigen Jury unter Leitung des Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart), ausgewählt.

In der Kategorie Print wird Michael Ohnewald (Jg. 1964) für seinen Artikel „Die Frau aus der Cafeteria“ (Stuttgarter Zeitung vom 6. Juni 2008) ausgezeichnet. Für seine packende Reportage hat er keine große Reise angetreten. Ohnewald musste nur wenige Meter innerhalb des Redaktionsgebäudes zurücklegen, um sein Thema zu finden.

Der Reporter der Stuttgarter Zeitung vermisst eine Frau in der Cafeteria, eine Mitarbeiterin. Und er nimmt ihre Spur auf. Entstanden ist daraus eine höchst anrührende, aber keinesfalls gefühlsoberfächliche Geschichte über einen jener Menschen, denen wir im Alltag immer wieder begegnen, ohne sie jemals kennen zu lernen.

Wir wissen sehr wenig über diese Namenlosen, die Dienstleister unseres möglichst störungsfreien Alltagslebens. Michael Ohnewald vermisst jene Frau plötzlich an der Kasse der Cafeteria und er beginnt zu recherchieren. Herausgekommen ist ein besonders einfühlsames Porträt einer Frau, die plötzlich gestorben ist. Es ist zugleich ein Appell an die Leser, in ihrem Alltag genau hinzuschauen auf die Menschen in den tagtäglichen Begegnungen.

Damit beschreibt er – ob gewollt oder ungewollt – in starker Weise einen Auftrag des christlichen Glaubens. Den Menschen zugewandt, diese Haltung zeichnet den Text von Michael Ohnewald aus. 

In der Kategorie Elektronik erhält Bert Strebe (51) den Katholischen Medienpreis für seinen Hörfunkbeitrag „Das Fenster zum Himmel war offen“ (Norddeutscher Rundfunk, NDRkultur – Glaubenssachen vom 1. Januar 2009).

George Alexander Albrecht, damals Generalmusikdirektor des Nationaltheaters und der Staatskapelle Weimar, dirigierte 2002 das Neujahrskonzert – obwohl er krank war. Beim vierten Satz von Beethovens 9. Symphonie brach er zusammen und erlebte dabei das, was man Nahtod- Erfahrung nennt. Vier Millionen Männer, Frauen und auch Kinder in Deutschland haben dergleichen erlebt, aber nicht viele sprechen darüber.

Dem Autor Bert Strebe ist mit der Wahl seines Gesprächspartners George Alexander Albrecht ein Glücksgriff gelungen: Spannend, einfach und verständlich berichtet der Dirigent von seinen Erfahrungen, auch in der Hospizarbeit, in der er sich seit 2002 engagiert.

Der Autor bleibt in seiner 20-minütigen Produktion nicht bei der Rückschau auf das Erlebnis und die Präsentation der aktuellen Forschungsergebnisse stehen. Immer wieder geht es um die Frage: Wir werden alle sterben, aber keiner weiß wie, wann und ob es weiter geht. „Das Fenster zum Himmel war offen“, sagt dazu George Alexander Albrecht.

So hat der Beitrag, das Beispiel des Christen Albrecht, für den Zuhörer auch etwas Tröstliches. Oder wie er sagt: „Schmerzvoll war es nicht (wieder ins Leben) zurückzukehren, aber bedauerlich“. Er lacht und sagt weiter: „Schade, es wäre so schön gewesen.“

Lobende Erwähnungen und Festakt Lobende Erwähnungen vergab die Jury außerdem im Bereich Print-Medien an Carin Pawlak („Die Geschichte von Franz“, Focus Nr. 38/2008), und Judith Luig („Eine andere Art Mutter“, tazzwei, 13./14. September 2008) sowie im Bereich elektronische Medien an Claudia Steinsberger („Jesus von Cannstatt – die Via Dolorosa am Neckar“, Fernsehbeitrag SWR vom 10. April 2009), sowie an Claus Hanischdörfer („… und vergib mir meine Schuld. Ein Mörder studiert Theologie“, Fernsehbeitrag SWR vom 24. August 2008).

 Die Laudationen halten Dr. Willi Steul, Intendant des Deutschlandradios und Joachim Frank, Chefredakteur der Frankfurter Rundschau. Der Katholische Medienpreis wird seit 2003 von der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband (KM.) ausgeschrieben.

Zur Jury gehören neben Bischof Dr. Gebhard Fürst folgende Mitglieder: Dr. Claudia Nothelle (Rundfunk Berlin-Brandenburg, Potsdam), Werner Dieste (Mitteldeutscher Rundfunk, Erfurt), Stefan Kläsener (Braunschweiger Zeitung, Braunschweig), Bernhard Remmers (Medienwerkstatt, Osnabrück) und Dr. Johannes Schießl (Sankt Michaelsbund, München).