Migranten und Flüchtlinge sind keine Spielfiguren auf dem Schachbrett der Menschheit

Tag der Migranten und Flüchtlinge im Januar 2014

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 416 klicks

Papst Franziskus sprach anlässlich der Ankündigung des „100. Welttag der Migranten und Flüchtlinge“, der am 19. Januar 2014 zum Thema „Migranten und Flüchtlinge: hin zu einer besseren Zukunft“ und verurteilte die Ausbeutung und den Menschenhandel, wobei er die Länder aufforderte, gemeinsam die Probleme in Angriff zu nehmen, die die Thematik betreffen und lud zu einem Dialog ein mit veränderten Verhaltensmustern, weg von Vorurteilen und Ängsten.

Im Zeitalter der Globalisierung forderte Papst Franziskus, das Thema der Migration auf neue, angemessene und effektive Art und Weise anzugehen, ausgehend von einer internationalen Kooperation und im Geist tiefgründiger Solidarität und Anteilnahme. Die Welt könne nur verbessert werden, fügte er hinzu, wenn die Aufmerksamkeit der einzelnen Person gelte, in allen Dimensionen, auch der spiritualen, und wenn es gelinge, von einer Wegwerfkultur zu einer Kultur der Begegnung und der Aufnahme überzugehen.

Er führte fort: „Migranten und Flüchtlinge sind keine Spielfiguren auf dem Schachbrett der Menschheit. Es handelt sich um Kinder, Frauen und Männer die alles verlassen haben.“ Der Solidarität und Aufnahme folge oft die Abneigung, die Diskriminierung, Ausnutzung, Schmerz und Tod. Besondere Sorge bereite ihm die erzwungene Migration über den Menschenhandel.

„Die sklavische Arbeit ist heute reines Geld.“ Die Kirche könne einer solchen Situation gegenüber nicht schweigen. Papst Franziskus zitierte Benedikt XVI., indem er eine enge Zusammenarbeit zwischen Herkunftsländern und Zielländern forderte, die von internationalen Normativen begleitet werden sollte. Kein Land könne die Schwierigkeiten dieses Phänomens alleine bewältigen. Der Papst forderte, beste finanzielle Voraussetzungen in den jeweiligen Ländern zu schaffen, so dass die Migration nicht der einzige Ausweg für die Menschen bleibe.

Abschließend forderte der Pontifex, Vorurteile und Ängste gegenüber den Migranten abzubauen, und appellierte an die sozialen Kommunikationswege, ihre Verantwortung diesbezüglich wahrzunehmen.

In jedem Antlitz von jedem Menschen spiegle sich das Antlitz Gottes wieder. Kriterien wie Produktivität, Effizienz, Sozialstatus, ethnische oder religiöse Zugehörigkeit machten nicht die Würde eines Menschen aus, sondern die Tatsache, dass er von Gott nach seinem Antlitz geschaffen worden sei. Ein Migrant sei nicht nur ein Problem, sondern ein Bruder, der aufgenommen werden müsse. Migrationen würden neue Möglichkeiten der Evangelisierung darstellen. Auch im Herzen des Migranten und des Flüchtlings müsse sicher verankert sein, dass Gott niemanden verlasse.