Migration in und aus Nationen mit islamischer Bevölkerungsmehrheit: Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Auszug aus dem Schlussdokument der diesjährigen Vollversammlung des Päpstlichen Rates der Seelsorge für Migranten und Menschen unterwegs

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ROM, 23. Juni 2006 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Empfehlungen des Päpstlichen Rates der Seelsorge für Migranten und Menschen unterwegs zum Thema "Migration und Unterwegssein aus und in Länder mit islamischer Bevölkerungsmehrheit". Sie sind das Ergebnis der diesjährigen Vollversammlung dieses vatikanischen Dikasteriums.



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Schlussfolgerungen und Empfehlungen
Muslimische Migranten in Ländern mit christlicher Mehrheit




1) In diesem Zusammenhang wurde eine steigende Zuwanderung von Muslimen nach Europa und Nordamerika, Länder mit alt christlicher Tradition (siehe Instruktion "Erga migrantes caritas Christi" [EMCC] 59 und 65), auf der Suche nach Arbeit oder Demokratie oder im Zuge von Familienzusammenführungen festgestellt.

2) Angesichts dieser Tatsache ermunterte man dazu, die Integration (und nicht Assimilierung) muslimischer Zuwanderer zu fördern (siehe "EMCC" 2, 60-61).

3) Folglich sollen speziell Katholiken solidarisch und zum Miteinander mit muslimischen Zuwanderern bereit sein, indem sie ihre Kultur und Religion besser verstehen lernen und zugleich in der Perspektive einer Neuevangelisierung, die Gewissens- und Religionsfreiheit achtet, Zeugnis für ihre christlichen Werte ablegen (siehe "EMCC" 59 und 69).

4) Die Christen sollen also ihre Identität als Jünger Christi vertiefen (siehe "EMCC" 60), indem sie dafür in ihrem Leben Zeugnis geben und ihre Rolle bei der eben genannten Neuevangelisierung neu entdecken (siehe "EMCC" 86-88).

5) Als ein wichtiges Ergebnis soll hier deswegen die Notwendigkeit gegenseitiger Achtung und menschlicher Solidarität in einem Klima des Friedens betont werden, in dem die menschliche Person mit ihrer Würde und ihren Rechten und Pflichten im Mittelpunkt steht.

6) Selbstverständlich müssen dabei die Menschenrechte und Freiheiten der einen im Einklang mit den Menschenrechten und Freiheiten der anderen gesehen werden.

Dialog



7) Unter den Teilnehmern der Vollversammlung hat sich deutlich das Bewusstsein gezeigt, dass ein authentischer Dialog zwischen den Gläubigen der verschiedenen Religionsgemeinschaften notwendig ist, ganz besonders zwischen Christen und Muslimen (siehe "EMCC" 69).

8) In diesem Zusammenhang wurde eine Beziehung als wichtig erachtet, die auf "spirituellem Wetteifer" gründen soll.

9) Der Dialog zwischen Christen und Muslimen ist sicher überall notwendig, doch ganz besonders in den westlichen Gesellschaften zur Verbesserung der gegenseitigen Kenntnis, des Verständnisses, der wechselseitigen Wertschätzung und des Friedens.

10) Während einerseits muslimischen Zuwanderern mit Respekt für ihre Religionsfreiheit begegnet werden muss, ist es umgekehrt genauso unverzichtbar, dass sie die kulturelle und religiöse Identität der Gesellschaften, die sie aufnehmen, respektieren.

11) Darüber hinaus erschien es wichtig, dabei das, was diese Gesellschaften von der islamischen Kultur tolerieren können, von dem zu unterscheiden, was sie nicht tolerieren können, weiter zu unterscheiden, was im Hinblick auf die Gläubigen anderer Religionsgemeinschaften respektiert werden und gemeinsam sein muss (siehe "EMCC" 65 und 66) und sich die Möglichkeit offen zu halten, den Politikern entsprechende Empfehlungen für die korrekte Formulierung der Zivilgesetzgebung unter Beachtung der Kompetenzen jedes einzelnen zu geben.

12) Das bedeutet, dass ein Modell des religiösen Dialogs entwickelt werden muss, das sich nicht auf das reine Gespräch oder einfache Zuhören beschränkt, sondern erlaubt, die jeweils eigenen tiefen geistlichen Überzeugungen zum Ausdruck zu bringen.

13) In diesem Zusammenhang ist wichtig, dass man den "Dialogpartner" nicht nur hin zur Äußerung seiner theologischen und religiösen Dimensionen, sondern auch seiner ethischen Dimensionen und ihrer Anwendung auf die Gegenwart begleitet und ihm die Konsequenzen seiner Forderungen an die Zivilgesellschaft bewusst macht, wobei selbstverständlich weiterhin zwischen zivilem und religiösem Dialog unterschieden werden muss.

14) Angesichts der neuerlich deklarierten Bedeutung des Prinzips der Gegenseitigkeit (siehe "EMCC" 64), welches vom Heiligen Vater bei der Ansprache an die Teilnehmer der Vollversammlung bekräftigt wurde, erscheint es notwendig, dass man auch in den islamischen Ländern eine Unterscheidung zwischen ziviler und religiöser Sphäre vornimmt.

15) Auf jeden Fall ist es in diesem Kontext fundamental, zwischen Westen und Christentum zu unterscheiden, weil die christlichen Werte in der so genannten westlichen Welt häufig nicht mehr Haltungen, Positionen oder Handlungen (auch der öffentlichen Meinung) beeinflussen (siehe "EMCC" 60).

16) Die Teilnehmer der Vollversammlung haben außerdem der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass dort, wo Christen und Muslime zusammenleben, es ihnen im gemeinsamen Bemühen mit den anderen Mitbürgern gelingt, allen ohne Unterschied von Religion die volle Ausübung ihrer jeweiligen Rechte und Freiheiten als Personen und Mitglieder einer Gemeinschaft zu garantieren.

Situation in einigen Ländern mit islamischer Mehrheit



17) Demgegenüber muss festgestellt werden, dass in Ländern mit islamischer Mehrheit Christen und allgemein arme Gastarbeiter, die praktisch keine Verhandlungsmacht haben, bei der Zuerkennung ihrer Menschenrechte großen Schwierigkeiten begegnen. Letztere haben außerdem kaum die Möglichkeit, ihre Rechte rechtmäßig einzuklagen, weil sie leicht bestraft oder ausgewiesen werden können.

18) Die Kirche hat vor diesem Hintergrund in diesen Ländern, wie auch sonst überall auf der Welt, die Aufgabe, den christlichen Migranten, in der Achtung der Legalität und durch das Eintreten für die Verfassung einer gerechten Gesetzgebung im Bereich der menschlichen Mobilität und für den rechtlichen Schutz aller Beteiligten zu helfen. In diesem Zusammenhang wurde nicht zuletzt darauf hingewiesen, dass in den jeweils betroffenen Ländern Verhältnisse bestehen sollten, welche es nicht notwendig machen, dass die Bürger zum Überleben auswandern müssen.

19) Außerdem muss die Kirche gemäß den Weisungen des Konzilsdekretes "Christus Dominus" (18) dafür Sorge tragen, dass denjenigen, die aufgrund ihrer mobilen Lebensbedingungen die allgemeine ordentliche, d.h. territoriale Hirtensorge nicht genügend in Anspruch nehmen können oder sie entbehren, eine spezifische bzw. integrierte Seelsorge zugute kommt. Das gilt auch für die Länder mit islamischer Mehrheit.

20) In diesen Ländern hat die Ortskirche trotz spärlichen Personals und der möglicherweise bestehenden Unzulänglichkeit ihrer Strukturen die Aufgabe, Zuwanderern und Menschen unterwegs eine entsprechende Aufnahme anzubieten.

21) Zu deren geistlicher Betreuung sind Dialog und Zusammenarbeit zwischen den Ortskirchen der Herkunftsländer der Migranten und der Menschen unterwegs und den Kirchen in den Zielländern notwendig.Das sollte im Übrigen eine allgemeine Regel für alle Länder sein (siehe "EMCC" 70 und 50-55).

22) Außerdem muss den internationalen Migranten geholfen werden, ihren Beitrag zur Gemeinschaft, in der sie leben, und zum einheimischen Teil des Gottesvolkes zu leisten.

23) Zugleich muss sich bei der Gastgemeinschaft ein Solidaritätsgefühl für Zuwanderer bzw. für all jene entwickeln, die sich in einer ähnlichen Lage befinden.

Einsatz der Kirche in den verschiedenen Bereichen menschlicher Mobilität



Die Teilnehmer der Vollversammlung haben sich darüber hinaus mit den verschiedenen Sektoren der Migration und der Mobilität befasst. Für alle wurde der folgenden Überzeugung Ausdruck gegeben, dass im Gebiet der Migranten:

24) Die Kirche muss für eine korrekte Integration der Migranten mit gebührender Achtung vor der Kultur und der Religion aller Beteiligten eintreten (siehe Päpstliche Botschaft zum Weltfriedenstag
2001, 8, und Päpstliche Botschaft zum Welttag des Migranten und
Flüchtlings 2005, 3).

25) Deswegen fördert die Kirche mit Respekt vor den bestehenden Unterschieden den interkulturellen, sozialen und religiösen Dialog (siehe Päpstliche Botschaft zum Weltfriedenstag 2001, 12).

Für die einzelnen Sektoren gilt es zunächst Folgendes hervorzuheben:

26) Es müssen freundschaftliche Bande in einer Atmosphäre der Achtung für kulturelle und religiöse Unterschiede geschaffen werden, auch mit denen, die als Migranten an eine Rückkehr in ihr Heimatländer denken oder mit den ausländischen (internationalen) Studenten, welche die künftigen Führungsgestalten in ihren Ländern sein werden.

27) Für Flüchtlinge und ausländische Studenten, aber nicht nur für sie, wäre die Schaffung eigener Seelsorgestellen wünschenswert.

28) Im Bereich der Wallfahrten wurde die Notwendigkeit betont, dass die Pilger angehalten werden sollen, das Antlitz Gottes auch in den Gläubigen anderer Religionen zu erkennen.

29) Auf Flughäfen, die zu Kreuzungspunkten für Menschen verschiedenster Herkunft geworden sind, sowie auf Bahnhöfen, wurde die Präsenz spezifisch katholischer Kapellen oder Orte des Gebetes als erstrebenswert bezeichnet, die auch multireligiösen Charakter haben können, sofern lediglich diese Möglichkeit besteht.

30) In den Zentren "Stella Maris" (Apostolat des Meeres) soll man weiterhin auch muslimische Seeleute aufnehmen und ihnen, sofern verlangt, respektvoll geistliche Hilfe anbieten.

31) Im Hinblick auf die Zigeunerbevölkerung, die Opfer von Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ist, soll die kohärente Reife der demokratischen Gesellschaften gestärkt und ihre Fähigkeit gefördert werden, das gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Anderssein der Zigeuner zu verstehen und zu respektieren (siehe "Orientierungen für eine Seelsorge der Zigeuner", 50).

32) Im Hinblick auf die "Straßenmädchen" soll – unter Berücksichtigung der Tatsache, dass häufig Armut und Menschenhandel der Grund zum Verkauf des eigenen Körpers sind und dass für Prostitution sowohl Christen als auch Muslime verantwortlich sein können – eine Bewusstseinsbildung gefördert werden, welche auf die gesamte Gesellschaft zielt.

33) Auf jeden Fall bedarf es eines verstärkten Engagements, um die Frauen – besonders an den Entscheidungen, die sie direkt betreffen – zu beteiligen, und die Eltern davon zu überzeugen, dass Mädchen eine gleichwertige Bildung wie Jungen gegeben werden muss, zu der selbstverständlich auch die ethische Bildung gehören muss.

Schule und Erziehung



Die Teilnehmer der Vollversammlung haben eindringlich Folgendes betont:

34) Die Verpflichtung zur Erziehung der neuen Generationen ist von grundlegender Bedeutung, nicht zuletzt weil die Schule eine fundamentale Rolle spielt bei der Überwindung des durch Ignoranz und Vorurteile verursachten Konflikts und bei der korrekten und objektiven Kenntnis der Religion Andersgläubiger unter besonderer Beachtung der Gewissens- und Religionsfreiheit (siehe "EMCC" 62). Christen sollen darüber hinaus die Grundlagen für eine im Licht des Evangeliums geführten Auseinandersetzung mit der religiösen Erfahrung Andersgläubiger (siehe "EMCC" 65) und mit den Zeichen der Zeit vermittelt werden.

35) Deswegen erscheint es unumgänglich, sich für eine Prüfung der Schulbücher auch im Zusammenhang mit der historischen Darstellung der Religionen einzusetzen, damit diese die eigene Identität stärken und eine Vorstellung von der religiösen Identität anderer vermitteln.

36) Auf jeden Fall wird es als notwendig erachtet, Studien, Lehren und Forschungen im Hinblick auf die verschiedenen Gesichter des historischen und bzw. oder zeitgenössischen Islam zu vertiefen, auch unter Einschluss seiner unterschiedlichen Akzeptanz einer gesunden Moderne zu fördern (siehe "EMCC" 66).

37) Muslimischen Eltern und ihren religiösen Verantwortlichen soll geholfen werden, die rechten Absichten der westlichen Erziehungssysteme zu verstehen und die konkreten Konsequenzen zu erkennen, welche eine Ablehnung der Erziehung in den Schulen dieser Systeme, in denen ihre Kinder leben, nach sich ziehen würde.

Die Staaten und die Religionsfreiheit



38) Da in gewissen Nationen mit islamischer Mehrheit es oft der Staat ist, der dem Islam seine „Form“ gibt, den Kult organisiert, seinen Geist interpretiert, das Gedankengut tradiert und so der Gesellschaft einen durch und durch islamischen Charakter aufprägt, fühlen sich Nichtmuslime in diesen Gesellschaften häufig wie Bürger zweiter Klasse. Für christliche Migranten sind die Schwierigkeiten noch größer.

39) Deswegen ist es notwendig, sich dafür einzusetzen, dass sich überall, im Geiste gegenseitigen zivilen Verständnisses und Respekts für die Menschenrechte aller Beteiligten, eine Kultur des Zusammenlebens unter Einheimischen und Migranten durchsetzt. Weiter müssen wir Wege zur Versöhnung und zur Reinigung der Erinnerungen suchen (siehe "EMCC" 65), uns zu Verteidigern der Religionsfreiheit – das muss ein ständiger Imperativ für uns sein – und zu Verteidigern des Gemeinwohls machen sowie für die Achtung der Minderheiten eintreten, denn das ist ein unanfechtbares Zeichen wahrer Zivilisation.

40) Mit Befriedigung wurde festegestellt, dass zahlreiche Staaten mit islamischer Mehrheit diplomatische Beziehungen zum Heiligen Stuhl aufgenommen haben. Das zeigt, dass sie empfänglicher für die Menschenrechte geworden sind und im Rahmen eines gesunden Pluralität den Wunsch nach einem interkulturellen und interreligiösen Dialog haben.

41) In diesem Zusammenhang wird die Einschränkungen der Menschenrechte, die in einigen Ländern bestehen, beklagt, insbesondere gebunden an die religiösen Unterschiede und die fehlende Freiheit, seinen Glauben zu wechseln. Zugleich wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass die öffentlichen Autoritäten der Herkunftsländer der christlichen Emigranten ihren Bürgern in den islamischen Ländern helfen, ihr Recht auf Religionsfreiheit effektiv ausüben zu können.

42) Besagte Länder mögen vor diesem Hintergrund ermuntert werden, Räume des Dialogs mit den Ländern mit islamischer Mehrheit zu schaffen, zu Fragen des universalen Gemeinwohls, der Achtung der Minderheiten, der Menschenrechte und ganz besonders der Religionsfreiheit als Fundament aller Freiheiten.

43) Die Kirche muss auf jeden Fall die Initiativen des interkulturellen und interreligiösen Dialogs auf den verschiedenen Ebenen fortführen, ganz besonders dort, wo er von den politischen Verantwortungsträgern gefördert wird.

44) Die Kooperation zwischen christlichen und muslimischen Institutionen bei der Hilfe für Personen und Bevölkerungen in Not ohne jede Diskriminierung ist ein wirksames Zeichen, das dazu beitragen kann, Vorurteile und Verhärtungen zu überwinden und zu einer sinnvollen wechselseitigen Öffnung zu gelangen.

45) Das immer größere Dimensionen annehmende Zusammenleben von Muslimen und Christen kann eine Chance zur Zusammenarbeit für eine friedlichere Welt sein, in der die Identität eines jeden geachtet wird und man stärker mit vereinten Kräften für das Gemeinwohl arbeitet in dem Bewusstsein, dass wir allesamt eine Menschheitsfamilie bilden, die Hoffnung braucht (siehe "EMCC" 101-103).

46) In diesem Zusammenhang ist auch die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Dikasterien der Römischen Kurie, den Bischofskonferenzen und den Ortskirchen von fundamentaler Bedeutung.

47) Der einigende Faktor bei allen legitimen Unterschieden muss das Bewusstsein für die Würde einer jeden Person ohne Ansehen ihrer Volkszugehörigkeit, Kultur, Nationalität oder Religion sein. Das ist ein Wert, der sich immer universaler durchsetzt, obwohl es im täglichen Handeln noch viel Inkonsequenz und konkrete Zuwiderhandlungen gibt.

48) In diesem Kontext galt die besondere Aufmerksamkeit der Teilnehmer der Vollversammlung dem afrikanischen Kontinent, der ganz besonders politischer Stabilität und multilateraler Kooperation für eine friedliche und umfassende Entwicklung bedarf.

49) Auch in diesem Zusammenhang wurden einige Ursachen von Spannungen und Konflikten benannt, wobei der Wunsch zum Ausdruck kam, dass diese Situationen im Zeichen von Gerechtigkeit bald einer Lösung zugeführt werden und es in Zukunft gelingt, Krieg, Gewalt und Terrorismus zu verhindern. Dabei muss insbesondere vermieden werden, dass Religion aus politischen oder ideologischen Gründen dazu missbraucht wird, Hass gegen die Gläubigen anderer Religionen zu säen.

50) In diesem Sinn geben wir der Hoffnung Ausdruck, dass muslimische und christliche Denker im Namen eines gemeinsamen Humanismus und ihrer jeweiligen Glaubensüberzeugungen sich den dramatischen Fragen der Gewaltanwendung im Namen der Religion stellen.

Rolle der Medien



51) Den Medien kommt, wenn sie über religiöse Phänomene berichten, eine besondere Rolle bei der Schaffung eines Verständnis und Achtung fördernden Klimas zu. Deswegen darf sich das Verantwortungsbewusstsein von Journalisten und Medienarbeitern im Allgemeinen in unserer globalisierten Welt von heute nicht nur auf die Meinungsfreiheit beschränken, sondern muss auch die Art der Informationsgebung einschließen.

52) Die Massenmedien können auch einen wichtigen Beitrag zur "Bildung" (oder umgekehrt bedauerlicherweise auch zur "Verbildung") von Christen und Muslimen leisten.


Zum Schluss dieser Mitteilungen möchten wir hervorheben, dass Inhalt, Arbeitsmethode und Aktualität der Vollversammlung großen Anklang und waches Interesse bei den Teilnehmern gefunden haben.

Vatikanstadt, 19 Juni 2006

[Vom Päpstlichen Rat zur Verfügung gestellte deutsche Fassung, Bestandteil des Schlussdokuments der Vollversammlung 2006]