Migration und Religionsfreiheit: Benedikt XVI. ruft zur Überwindung von Vorurteilen und zu gegenseitigem Respekt auf

Audienz für die Mitglieder des Päpstlichen Rates der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs

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ROM, 16. Mai 2006 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. empfing gestern, Montag, die Teilnehmer der diesjährigen Vollversammlung des Päpstlichen Rates der Seelsorge für die Migranten und Menschen unterwegs in Audienz. Sie befassen sich in diesem Jahr mit dem Thema: "Migration und Reisebewegungen von und in die Länder mit islamischer Bevölkerungsmehrheit".



In seiner Ansprache hob der Heilige Vater hervor, dass sich die katholische Kirche immer klarer bewusst werde, "dass der interreligiöse Dialog Teil ihrer Anstrengungen im Dienst an der Menschheit in der heutigen Welt ist". Diesbezüglich erklärte Benedikt XVI.: "Wir leben in Zeiten, in denen die Christen dazu aufgerufen sind, einen Gesprächsstil zu pflegen, der für religiöse Themen offen ist, ohne dabei darauf zu verzichten, den jeweiligen Gesprächspartnern in Übereinstimmung mit der eigenen Identität die christliche Botschaft zu zeigen."

Der Papst wies auf die Bedeutung der Gegenseitigkeit im Dialog hin und lobte "die in vielen Gemeinschaften unternommenen Anstrengungen, um mit den Einwanderern Beziehungen gegenseitiger Kenntnis und Anerkennung zu knüpfen, die zur Überwindung von Vorurteilen und geistiger Verschlossenheit mehr denn je vonnöten sind".

Benedikt XVI. erinnerte seine Gäste daran, dass die christliche Gemeinschaft in Bezug auf die liebevolle Aufnahme und das Gespräch mit Einwanderern und Reisenden einen ganz konkreten "Bezugspunkt" habe – Jesus Christus, "der seinen Jüngern als Lebensregel das neue Gebot der Liebe hinterlassen hat". Die christliche Liebe sei ihrem Wesen nach "zuvorkommend". Deshalb rief der Papst alle Gläubigen dazu auf, "ihre Arme und Herzen für jede Person zu öffnen, aus welchem Land sie auch immer kommen mag". Der Bischof von Rom betonte in diesem Zusammenhang, dass "die Christen ihre Herz vor allem den Geringsten und Ärmsten öffnen müssen, in denen Christus selbst in besonderer Weise gegenwärtig ist". Es sei zu hoffen, dass die Christen in Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit ebenfalls Aufnahme erfuhren und ihre religiöse Identität geachtet werde.

Abschließend dankte Benedikt XVI. den Mitgliedern des Rates für das, was sie zu Gunsten "einer organischen und wirksamen Pastoral für die Migranten und Menschen unterwegs unternehmen". Niemandem entgehe es, "dass es sich dabei um eine bedeutsame Grenze der Neuevangelisierung in der gegenwärtigen globalisierten Welt handelt."