Ministerpräsident Seehofer bei beiden Päpsten

Häufiger Besucher

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 324 klicks

Am Montagmorgen traf der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer Papst Franziskus und stattete im Anschluss daran dem emeritierten Papst Benedikt XVI. einen Besuch ab. Es ist bereits das sechste Mal, dass der Ministerpräsident Bayerns den Vatikan besucht. Während mit Papst Franziskus sozialpolitische Themen, wie die internationale Lage, im Vordergrund der Begegnung standen, war der Besuch bei Benedikt XVI. eher privat. Im Anschluss an das Treffen sagte Seehofer gegenüber Radio Vatikan, Benedikt XVI. habe ihm gegenüber gesagt, dass er nicht wieder nach Bayern zurückkehren werde. Über das Gespräch sagte er:

 „Ich wollte ihm eigentlich das Schöne erzählen und zwar, dass wir bei den Wahlen im vergangenen September sehr gut gewonnen haben. Aber er hat wie aus der Pistole geschossen sofort geantwortet, dass wir ja bei der Europawahl verloren haben. Das hat wieder gezeigt: Wie in den Gesprächen, die wir früher schon hatten, ist er voll da. Benedikt ist umfassend informiert über seine Heimat. Er hat eine ganz sympathische und humorvolle Art und Weise, ein Gespräch zu führen. Das empfand ich als sehr entspannt. Der emeritierte Papst schaut dankbar auf sein Lebenswerk, das ist zumindest meine Schlussfolgerung. Das gilt auch für seine Überzeugung von der Richtigkeit seiner Entscheidung, vom Papstamt zurückzutreten.“

Bezüglich der mit Papst Franziskus angesprochenen Themen sagte er:

 „Das lag mir persönlich sehr am Herzen. Aber ich denke vor allem auch ihm, weil das ja bisher seine Arbeit prägte. Es ging also um den Einsatz für die Schwachen, die Ablehnung von Kapitalismus in jeder Form und die ethische Verantwortung der Wirtschaft für das Schicksal der Menschen. Ich habe deutlich gemacht, dass ich mir eine Kirche wünsche, die selbstbewusst und stark ist und die die Grundwerte unserer Gesellschaft – die ja zeitlos und weltweit gelten – immer wieder anmahnt und einfordert.“

Seehofer sagte, der Papst sei nicht auf deutschlandspezifische Themen eingegangen, habe aber das Thema der Flüchtlingspolitik angesprochen, das europaweit ein Problem darstellt. Diesbezüglich sagte er gegenüber Radio Vatikan:

„Franziskus hat seine Standpunkte diesbezüglich sehr klar geäußert. Auch hier geht es ihm um das Schicksal der Menschen. Natürlich wird man ihm beim Fall Syrien sofort zustimmen – wir haben ja auch immer einer Erhöhung der Flüchtlingskontingente aus Syrien zugestimmt. Wenn es dann um ein Land wie Serbien geht, schaut es schon wieder anders aus. Wenn ein solches Land der Europäischen Union beitreten will und pausenlos versichert, es gibt keine Verfolgung etc. und es dann doch Verfolgungen gibt, mit der Gefahr für Gesundheit und Leben, dann ist das ein klassischer Fall von Gesinnung und Verantwortung.“

Nach Seehofers Ansicht geben Papst Franziskus und Benedikt XVI. der Kirche neuen Schwung, wovon er sich am Katholikentag in Regensburg selbst habe überzeugen können.