Missbrauch: Irische Kirchenführer tun Buße und danken Vatikan

Es geht um die Sorge für die Opfer und die Folgen der gegen sie begangenen Handlungen

| 1289 klicks

ROM, 11. März 2010 (ZENIT.org).- Die irischen Kirchenführer sind sich einig mit dem Vatikan: „Kirche lebt in der Zivilgesellschaft lebt und übernimmt in ihr Verantwortung".

Mit „tiefen Bedauern und tiefer Trauer über die Tatsache, dass in der Vergangenheit die Erhaltung der Reputation von Einzelpersonen und der Kirche Vorrang vor der Sicherheit und dem Wohlergehen der Kinder gehabt hat", erklären die irischen Kirchenführer ihre Bereitschaft, „Akte der Buße" zu tun.

Die Kircheführer wollen der Wahrheit ins Auge sehen „und über das Verfehlen der Kirche nachdenken", heißt es in einem Kommuniqué an die Gläubigen, das nach der Beendigung der diesjährigen Frühjahrsvollversammlung der irischen Bischofskonferenz veröffentlicht wurde.

Es geht um die Sorge für die Opfer und die Folgen der gegen sie begangenen Handlungen, diesen Tenor der jüngsten Erklärung des Direktors des vatikanischen Pressebüros, P. Federico Lombardi, über den sexuellen Missbrauch durch Mitglieder der Kirche in einigen europäischen Ländern soll jetzt Priorität in Irland haben.

P. Lombardi habe sich auch mit der Desinformation auseinandergesetzt, die hinsichtlich des Schreibens der Kongregation für die Glaubenslehre aus dem Jahr 2001 „De delictis gravioribus" gegeben sei. Das Schreiben werde „manchmal fälschlicherweise als Ursache für eine Kultur des Schweigens zitiert".

„Wer Kenntnis hat und versteht, was dieses Schreiben ist", so die Bischöfe, „weiß, dass es ein entscheidendes Signal an die Episkopate hinsichtlich der Schwere des Problems und ein echter Impuls für die Ausarbeitung von Leitlinien war, um diesem entgegenzutreten."

Die Bischöfe unterstreichen des weiteren, dass während der Begegnung im Vatikan deutlich gemacht worden sei, dass das Schreiben aus dem Jahr 2001 „in keiner Weise die Autorität der Kirche von ihren bürgerlichen Pflichten entbindet, insbesondere in Bezug auf die Kommunikation und die uneingeschränkte Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden". Diese wichtige Frage, so beklagen die Bischöfe, sei in einigen Kreisen oft falsch ausgelegt worden.